Wagner: Tristan und Isolde, Audio-CD

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Marke: Kirsten Flagstad

Variante: Audio-CD

Eigenschaften:

PRODUKTBESCHREIBUNGEN AMAZON.DE Eigentlich sollte der Tristan ja nur eine kleine, leicht aufführbare Oper werden, die Richard Wagner etwas Geld in die leeren Kassen bringen sollte; der Meister war im Wesentlichen mit den Arbeiten am Ring beschäftigt, als er dieses von seiner unglücklichen Liebesbeziehung zu Matilde von Wesendonck und Schopenhauers dunkler Philosophie stark beeinflusste Werk in Angriff nahm. Spätestens jedoch bei der Absetzung der geplanten Wiener Produktion des Tristan nach 77 Proben war klar, dass Wagners Schaffen einen neuen Höhepunkt an orchestralen, stimmlichen und darstellerischen Schwierigkeiten erreicht hatte. Die schliesslich in München erfolgte Uraufführung wurde nachträglich durch einen schmerzlichen Verlust überschattet: Ludwig Schnorr von Carolsfeld, der von Wagner über alle Massen geschätzte erste Tristan- Darsteller, verstarb kurze Zeit später völlig unerwartet, möglicherweise sogar auf Grund der übermenschlichen Belastungen dieser Partie. Mittlerweile haben viele Orchester den Tristan im Repertoire, aber er bleibt nach wie vor, besonders aus gesanglicher Perspektive, eine geradezu transzendente Herausforderung: Die Konditionsprobleme einer Liveaufführung sind evident, und selbst eine rundum befriedigende Schallplattenaufnahme ist eigentlich nicht verfügbar. Kirsten Flagstad, die Isolde der vorliegenden Einspielung von 1952, war zum Zeitpunkt der Aufnahmen bereits 57 Jahre alt -- dass sie über keine jugendliche Stimme mehr verfügte, ist klar. Daher hat Elisabeth Schwarzkopf, die Frau des EMI-Produzenten Walter Legge, die hohen Cs der Flagstad gesungen, die diese nicht mehr erreichen konnte. Allerdings ist ihr Rollenporträt von grosser Geschlossenheit und entfaltet seine Wirkung durch die abgeklärte Ruhe, mit der die erfahrene Künstlerin viele Passagen der Partie mittlerweile angehen konnte; wer die stimmlich betörend schöne Version von Margaret Price unter Carlos Kleiber auch beim Hören dieser Aufnahme nie vergessen kann, der sollte sich zumindest immer wieder vor Augen halten, dass Price die Isolde ausschliesslich im Studio gesungen hat. Ludwig Suthaus als Tristan kann zweifellos nicht mit einer besonders schönen Stimme glänzen, aber er macht seine Sache dennoch sehr gut. Nicht nur die kräftezehrenden dramatischen Ausbrüche im letzten Akt bewältigt er beeindruckend, sondern er verfügt auch über die nötige stimmliche Weichheit für das grosse Liebesduett im zweiten Akt. Der junge Dietrich Fischer-Dieskau ist als Kurwenal geradezu ideal; umso trauriger der Vergleich mit seiner Spät- Version dieser Rolle in der schon erwähnten Kleiber-Einspielung. Insgesamt gelang unter der kompetenten Leitung von Wilhelm Furtwängler ein sehr inspirierter, fesselnder Tristan, dessen Schwachpunkte beim Gesang daran erinnern, dass es sich bei dieser Oper um einen Grenzfall in puncto Machbarkeit handelt: Es gibt immer nur wenige Sänger, die diese Partien souverän meistern können und gleichzeitig im richtigen Alter sind. Eine solche Truppe vor die Mikrofone zu bekommen, ist bisher noch nicht wirklich gelungen. --Michael Wersin


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