Marke: Van Morrison
Variante: Audio-CD
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN REZENSION Gut f�nfundzwanzig Soloalben und doppelt so viele Lenze hatte Van Morrison auf dem Buckel, als �The Healing Game� im Jahr 1997 erschien. Kurz zuvor hatten Elizabeth II ihn zum Order of the British Empire ernannt und die Rock'n'Roll Hall Of Fame ihn aufgenommen. Drei allseits gesch�tzte Jahrhundertalben hatte er Ende der Sechziger aufgenommen, �Astral Weeks� taucht seitdem in jeder Bestenliste auf. Welchen ehrgeizigen Zielen sollte der bekannteste nordirische Musiker also noch folgen? Das verwackelte Foto auf der H�lle verleiht �The Healing Game� etwas Geheimnisvolles. Van Morrison und sein Saxofonist Pee Wee Ellis im Profil - oder ist das Fl�gelhornist Haji Ahkba? -, beide elegant dunkel gekleidet. Das Bild hat etwas Dokumentarisches, die M�nner tragen schwarze H�te, Morrison eine Sonnenbrille. �Einen Mafia-Boss und seine rechte Hand auf dem Weg, eine Rechnung zu begleichen�, sah Greil Marcus in dem Foto, als �The Healing Game� erschien. Morrisons Gesicht ist kalt, fast wie Stein.Man legt die CD ein und wird umfangen von einer ungeheuren W�rme, die aus den Lautsprechern str�mt. Man staunt, wie beseelt Van Morrison zu Werke geht. �The Healing Game� atmet den Geist Wilson Picketts. Die Melodien sind samtweich, Van Morrisons unvergleichliche Stimme tr�gt sie, mal kraftvoll, mal verf�hrend. Dicht und wandelbar wie ein Instrument erg�tzt sie sich hier in James Brown'schem Raunen, dort in kindlicher Atemlosigkeit. Bei manchen Liedern sind ein Dutzend perfekt gespielter Instrumente zu h�ren - so feinsinnig sind sie arrangiert, dass keines im gemeinsamen Klang untergeht. Immer wieder ist Platz f�r Pee Wee Ellis' bet�rendes Bariton-Saxofon, f�r Robin Asplands sanftes Streicheln der Tasten, selbst f�r Katie Kissoons soulige Hintergrundstimme.Die Lieder sind Geschichten. Der Erz�hler scheint einer nie endenden Stra�e zu folgen, immer geradeaus, vollkommen gelassen. Erz�hlt, was sich rechts und links des Weges ereignet. Er spendet die Worte, im Kopf entstehen Bilder. Wovon er erz�hlt, geht einem nah. In �The Burning Ground� ist es der ausbeuterische Jute-Handel des Vereinigten K�nigreichs mit Indien. Wie Flammen schlagen die rauen T�ne der Saxofone aus dem Refrain. In �Rough God Goes Riding� erscheint Gott keinen Deut besser, als der vermeintliche Mafiaboss auf der Plattenh�lle. Menschen schlagen sich die K�pfe ein, die Welt duldet keine Helden. Die scheinbar teilnahmslose Geschmeidigkeit, mit der Van Morrison und Katie Kissoon in den Refrain gleiten, macht das Erz�hlte nur eindringlicher. �The Healing Game� und �The Waiting Game� beziehen sich auf das IRA-Drama �The Crying Game� und setzen sich mit dem nordirischen Widerstand und dem Trauern auseinander.Es passiert das Unerwartete: �The Healing Game� zeigt Van Morrison in erstaunlicher Form, hungrig nach dem Saft, der ihm Leben spendet. Er brilliert als einzigartiger Erz�hler und genialer Dirigent eines Orchesters virtuoser Musiker. So gerecht die Aufmerksamkeit f�r seine fr�he Werke �Astral Weeks�, �Moondance� und �Tupelo Honey� ist, so ungerecht w�re es, dieses warmherzige, ber�hrende Album zu vergessen. Greil Marcus befand damals, �The Healing Game� sei die beste Aufnahme Morrisons seit zwanzig Jahren. Recht hatte er. -- pure.de