Sacrati: La finta pazza, Audio-CD

Sacrati: La finta pazza, Audio-CD

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Marke: Mariana Flores

Variante: Audio-CD

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PRODUKTBESCHREIBUNGEN KURZBESCHREIBUNG Zum Vergnügen der Königinmutter Anna von Österreich und des erst 7-jährigen Königs Ludwig XIV. liess Kardinal Mazarin im Dezember 1645 erstmals eine italienische Oper in Paris aufführen. Mit grossem Aufwand führt das eingeladene italienische Ensemble La Finta Pazza von Francesco Sacrati (1605-1650) auf, das 1641 für Venedig komponiert wurde. Leonardo García Alarcón leitet eine ausserordentlich gelungene und farbenreiche Wiederaufnahme dieses für die Geschichte der französische Oper so bedeutenden Meisterwerks, das lange als verschollen galt - ein wahres musikalisches Wunder. 14 December 1645: for the pleasure of the Queen Mother Anne of Austria, and attended by a young King Louis XIV, Cardinal Mazarin put on the first Italian opera in Paris. The Italian company, invited at great expense, performed Sacrati's La Finta Pazza, composed in Venice in 1641. To capture the young 7-year-old monarch’s interest, a flurry of monkeys, bears and ostriches was added! The opulent set decoration by Giacomo Torelli, boasting machinery the likes of which had never before been seen in France, cemented the triumph of this “Feigned Madwoman”, which also featured the first major scene of madness in history: Deidamia must feign madness to keep hold of her lover, the famous Achilles, himself disguised as a woman to escape his fate! Leonardo García Alarcón leads a beautiful and colourful revival of this foundational masterpiece for opera in France, a true miracle of music. REZENSION Besser kann man’s nicht machen! Unter der beflügelnden Leitung von Leonardo García Alarcón erwecken die barockbunt besetzte Capella Mediterranea und ein Sänger:innen-Ensemble mit famosen Charakter-Stimmen Francesco Sacratis einzig erhaltene Oper „La Finta Pazza“ zum prallen Leben. Das 1641 mit grossem Erfolg in Venedig uraufgeführte Werk war der erste Hit der Operngeschichte und wurde vier Jahr später sogar vor der französischen Regentin und dem damals siebenjährigen Sohn, dem zukünftigen Ludwig XIV., gegeben. Die dafür stark überarbeitete Fassung hat sich allerdings nicht erhalten; das Ensemble musiziert nach einem vollständig erhaltenen Manuskript eine nach 1641 entstandene italienische Tournee-Fassung, mit der die venezianische Truppe damals auf Reisen ging. Sacrati und sein Librettist Guido Strozzi erweisen sich dabei ganz auf der Höhe der damaligen Opernkunst. Das hübsch verschwurbelte Libretto mit seinem Mix aus Mythos, Anekdote, Tragödie und Komödie kennt kein Pardon, macht sich über Götter und Helden gleichermassen lustig, parodiert Geschlechterrollen und soziale Hierarchien: Um ihn vor dem Trojanischen Krieg zu bewahren, hat Thetis hat ihren halbgöttlichen Sohn Achill am Hof von König Lykomedes versteckt, wo er sich als Frau verkleidet unter die Prinzessinnen gemischt hat. Trotz der etwas genderfluiden Situation verliebt er sich in dessen Tochter Deidamia, und, uups, man hat bereits einen gemeinsamen Sohn, Pyrrhus. Auf der Suche nach dem grossen Krieger kommt ein anderer Bekannter, der berühmte Odysseus, an den Hof, entdeckt Achill und weckt in ihm alte Kampfeslust: Auf nach Troja! Doch Götterstreit und dunkle Vorzeichen deuten auf den Tod des Achill in der Schlacht. Die listige Deidamia spielt die Wahnsinnige (die fingierte "Pazza" aus dem Titel), um ihre Geliebten aufzuhalten. Bis zum glücklichen Hochzeits-Finale sorgen ein eitler Capitan, eine burschikose Amme und ein hysterischer Eunuch für weitere Komik … Sacrati hat diese Vorlage in überwiegend rezitativisch-ariose Musik gefasst, in die strophische Arien, Monologe und Mini-Ensembles eingeflochten sind. Man kennt dies auch so von Monteverdi und Cavalli, mit denen Sacrati wohl zusammengearbeitet hat. Das berühmte nachkomponierte Duo „Pur ti mio“ aus Monteverdis „Poppea“ könnte von ihm stammen – tatsächlich klingt ein Trio in der 5. Szene des 1. Aktes von „La Finta Pazza“ wie eine Variation des berühmten Stücks. Was diese Interpretation auszeichnet, ist die Fähigkeit der Musiker:innen, die kürzeren oder auch längeren Szenen in einer geradezu durchkomponierten Manier zu präsentieren. Der musikalische Fluss kommt nie zum Stocken, das Werk zerfällt in keinem Moment in „trockene“ Rezitative und „Einlagen“. Musiktheater im wahrsten Sinne. Das heisst aber auch, dass die akustischen Reize sich meist nur für kurze Augenblicke entfalten, grössere Architekturen ergeben sich so nicht. Die Einfälle folgen aufeinander, wie es das Libretto erfordert. Dass man dies trotzdem durchweg geniessen kann, daran hat das fabelhafte Begleitentsemble einen wesentlichen Anteil. Eine Handvoll Melodieinstrumenten und eine grosse Continuo-Gruppe breiten einen farbenreichen und fast schon orchestralen Teppich aus. Da sitzt jede kleine Geste, hat jedes Intervall und jeder Klangfarbenwechsel seine dramatische Bedeutung, die Rhythmen pulsen mit unwiderstehlichem Groove. Auf diesem Grund bewegen sich die hervorragenden Sänger:innen mit markanter, charaktervoller Tongebung und hauchen ihren Figuren ein überzeugendes musikalisches Leben ein. Stimmlich geht man aufs Ganze, allen voran die feurige Deidamia der Mariana Flores und der countertenoral heldische Achill des Paul-Antoine Bénos-Dijan. Noch die Nebenrollen der Amme und des Eunuchen sind mit dem unvergleichlichen Marcel Beekman und dem mit farbenreichen Registern gesegneten Counter Kacper Szel??ek perfekt besetzt. Das macht einfach viel Spass! --Musikansich --Rezension La Finta Pazza (Der vorgetäuschte Wahnsinn) von Francesco Sacrati (1605-1650) war die erste Oper, die 1645 am Hof des jungen Ludwig XIV. aufgeführt wurde. Uraufgeführt worden war das Werk 1641 in Venedig. Es geht hier um Achilles und seine Liebe zu Deidama, Tochter des Königs Lykomedes. In der Angst vor dem Trojanischen Krieg versucht Achilles’ Mutter, ihren Sohn vor dem sicheren Tod zu bewahren, der ihn in der Schlacht erwartet. Sie versteckt ihn auf der Insel Scyros, wo sich Achilles in Deidama verliebt. Die geheime Beziehung zwischen Achilles und Deidama führen zur Geburt eines Jungen, dessen Existenz ebenfalls geheim gehalten wird. Die Helden Odysseus und Diomedes reisen auf die Insel, um Achilles zu suchen, ohne den sie den Sieg über die Trojaner nicht erringen können. Doch als Achilles sich bereit erklärt, dem Kampf beizutreten, beschliesst Deidama, den Wahnsinn vorzutäuschen, um Achilles auf der Insel zu halten und die Anerkennung ihres Vaters für ihre Verbindung und ihren Sohn zu gewinnen, was ihr schliesslich auch gelingt. Leonardo Garcia Alarcon hat die Oper 2021 in Versailles eingespielt. Mariana Flores singt die weibliche Hauptrolle der Deidamia. Sie überzeugt mit einer stimmlich exzellenten und darstellerischen intensiv gelebten, im Ganzen herausragenden Interpretation. Nicht weniger begeistert der Countertenor Paul-Antoine Bénos-Dijan in der Rolle des Achilles. Mit seiner schönen, geschmeidigen und gefühlvollen Stimme ist er ein berührender Achilles, Auch von der übrigen Besetzung ist nur Gutes zu berichten. Die Stimmen sind jung und frisch und bewahren uns so vor Pathos und Schwulst. Inspiriert von einem vital dirigierenden Leonardo García Alarcon ist die Cappella Mediterranea ein wichtiger Teil dieser Produktion. Das Spiel des Orchesters ist üppig, reich verziert und farbig, hin und wieder auch sehr effektvoll. Somit ist diese Wiederentdeckung von La Finta Pazza rundum gelungen, und die Aufnahme kann man nur empfehlen. --Pizzicato --Rezension Die frühbarocke Oper "La finta pazza" erzählt vom vorgetäuschten Wahnsinn der Geliebten des Achill, die ihn davon abhalten will, am Trojanischen Krieg teilzunehmen. Das Werk eröffnete 1641 das erste genuine Opernhaus der Welt in Venedig. Es enthält die erste Wahnsinnsarie der Musikgeschichte, ausserdem erotische und farcenhafte Szenen, eine lüsterne Amme, das Hohelied auf die Bisexualität etc. Trotzdem eine Karteileiche? Oder wieso ist die Neuaufnahme mit Mariana Florès und der Cappella Mediterranea kaum wahrgenommen worden? --rbb Kultur --Rezension Der Kriegsheld Achilles in Frauenkleidern, eine mitreissende Wahnsinnsszene – vermutlich die erste der Operngeschichte –, dazu Götterspott und eine grosse Frauenrolle: Diese Homer-Travestie aus dem sinnenfrohen Venedig von 1641 zieht alle Register zwischen Komik und Ernst und wartet mit einer Fülle von inspirierten Ariosi, Duetten und Terzetten auf. Leonardo García Alarcón hat für die nicht weniger als neunzehn Rollen ein hochkarätiges Ensemble zusammengestellt und zelebriert mit seiner Cappella Mediterranea eine üppige Klangvielfalt. Ein glänzendes Fundstück und ein Hörvergnügen der Extraklasse! --Preis der deutschen Schallplattenkritik 03/2022


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