Marke: Eminem
Variante: Vinyl
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN PRODUKTBESCHREIBUNGEN (2 LP) 2009 Album produziert von Dr. Dre mit den Titeln "We Made You" und "Crack a Bottle" (mit Dr. Dre & 50 Cent) plus Proben von "One" von Metallica, "Reaching Out" von Rock Therapy & mehr. MOTOR.DE Slim Shady kehrt zu alten, weniger auf Hits, sondern vielmehr auf Authentizität bedachten Hip Hop. Und das ohne Kompromisse. Der Titel von Eminems lang erwarteten Werk "Relapse" (zu Deutsch: Rückfall) ist Programm: Im Gegensatz zu seinen etwas geglätteten letzten Alben "Encore" und "Eminem Show", knüpft er eher an sein 1999er "Slim Shady" an. Die erste Single "We Made You" ist dabei der Titel mit dem grössten Charts-Charakter. Weiterer Massen-Pop à la "Stan" lässt sich auf "Relapse" nicht finden - muss man auch nicht, angesichts der Tatsache, dass das neue Werk kaum schwache Produktionen aufweist. Für diese ist natürlich kein anderer verantwortlich, als einstiger Ziehvater und Hip Hop-Legende Dr. Dre persönlich, der den Instrumentalen seinen Stempel deutlich aufgedrückt hat. Die Beats und Samples verweigern sich Trends wie massiven Electro-Einflüssen oder Stimmverfremdung. Vielmehr erlebt der späte 90er Jahre Hip Hops ein Revival. Mächtige Rapsongs reihen sich aneinander, überwiegend schwer und düster. Eminem reimt in klassisch virtuos, nimmt kein Blatt vor den Mund und macht klar, wer nach wie vor der Chef im Ring ist. Dass dem, wie nicht zum ersten Mal, auch mal eine Minderheit zum Opfer fällt, scheint dabei für ihn Pflicht. Da kommen dem Hörer in "Medicine Ball", in dem der bürgerliche Herr Marshall die Welt zu seinem Spielball erklärt und freiwillig den Hass der Masse in Kauf nimmt, Vokabeln wie Schwulen-Sezierer ("homosexual dissector") entgegen. Dabei hat Eminem solche Pubertäts-Attitüden eigentlich nicht nötig, sind doch sein Wortfluss sowie seine kreativen Reime und melodiösen Refrains ein wesentlich besserer Beweis für Überlegenheit. Als roter Faden zieht sich zudem die Drogenthematik durch "Relapse". Beinahe die gesamte Bandbreite aller Rauschmittel findet Erwähnung. Geschickt bindet er das Motiv im Song "My Mom" inklusive Selbstreflexion und -kritik ein: "My Mom Loved Valium And Lots Of Drugs, That's Why I Am Like I Am, Cause I'm Like Her". In klassischer Cypress Hill-Manier wird weiterhin dem Marihuana-Konsum ein Song mit "Must Be The Ganja" gewidmet, wobei sich Eminem im Chorus fragt, ob sein Rausch nicht auch auf den "Henny" (gemeint ist die im Hip Hop obligatorische Cognac-Sorte Hennessy) zurückzuführen sein könnte. Während Verwirrung und Konfusion an dieser Stelle noch eher witzig thematisiert werden, wandeln sich Slim Shadys Gedanken in "3 a.m." oder "Insane" zu dunklen, teils schizophrenen Alpträumen - ein Spiegel seiner Erfahrungen und Probleme mit diversen Substanzen. "Relapse" ist somit ein Wechselspiel aus "Sich-Respekt-in-der-Szene-verschaffen", Aufarbeitung seiner Vergangenheit und der weiterhin für Eminem charakteristischen Kritik an Mediengestalten. Letztere findet in der bereits veröffentlichten Single "We Made You" und dem dazugehörigen Video ihre Krönung. Eminems mittlerweile neuntes Album bildet einen weiteren Meilenstein in seiner Discographie, der gegen musikalische Hypes resistent ist, inhaltlich aber zeigt, dass sein Reifeprozess nach wie vor nicht abgeschlossen ist. Kai-Uwe Weser
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