Marke: Purcell Choir
Variante: Audio-CD
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN KURZBESCHREIBUNG Anders als Jean-Philippe Rameaus erste Ballettoper Les Indes Galantes von 1735 ist die zwischen seinen beiden grossen Tragédies lyriques Castor et Pollux und Dardanus entstandene Ballettoper Les Fêtes d’Hébé (1739) heute weitaus weniger populär - und das sogar weder auf der Bühne noch auf Tonträger. Einmal mehr liegt das allerdings nicht an Rameaus Musik, sondern vielmehr an der Tatsache, dass man sich in der Moderne mit dem eher revuehaften Charakter einer barocken Ballettoper generell etwas schwer tat. Mit über 70 Aufführungen nach der Premiere darf das Stück freilich zu einem der grössten Erfolge des Komponisten gezählt werden, das in Teilen sogar bis weit in die 1770er Jahre im Repertoire der Pariser Oper verblieb. Kein Wunder, denn für dieses im besten Sinne des Wortes „Unterhaltungsstück“ hat Rameau ein ganzes Füllhorn an musikalischem Ei nfallsreichtum ausgeschüttet. Bei unvoreingenommener Betrachtung besticht es durch besonders reizvolle Tanzsätze, grandiose Chorszenen, gefühlvolle Arien sowie eine raffinierte Orchestrierung. Mit György Vashegyi, dem Purcell Choir und dem Orfeo Orchestra sowie einem grossen Aufgebot an Stars des französischen Barockgesangs (u.a. Chantal Santon Jeffery, Reinoud Van Mechelen und Mathias Vidal) erhält Rameaus Meisterwerk auf GLOSSA jetzt eine mitreissende und farbenfrohe Neueinspielung, die dem bislang vernachlässigten Stück ganz ohne Zweifel viele neue Freunde einbringen wird. Die Einspielung präsentiert die Fassung vom Juni 1739 und berücksichtigt dabei aber auch kleinere Änderungen und Ergänzungen, die bei den Wiederaufnahmen der folgenden Jahrzehnte vom Komponisten selbst vorgenommen wurden. Als besondere Zugabe bietet sie uns zudem im Anhang die ursprüngliche Fassung des 2. Akts, den Rameau kurz nach der Uraufführung nahezu komplett überarbeitet hat. Jean-Philippe Rameau’s opéra-ballet Les Fêtes d’Hébé gains a stirring and bright-colored new recording from a starry line-up of soloists, György Vashegyi, his Purcell Choir and Orfeo Orchestra. Though first performed at the end of the 1730s – between the two tragédies of Castor et Pollux and Dardanus – this work has received much less modern recognition for its qualities than either of the other two, although it had a substantial success with its first run of over 70 performances; an entertainment mixing delight and longing, underpinned by Rameau’s coloristic and sophisticated orchestration and coupled with his supremely inspired pastoral writing. Now, with a new edition prepared by Pascal Denécheau (who also writes the booklet essay here),this new production presents modern-day stars of the French Baroque in Chantal Santon Jeffery, Olivia Doray, Judith van Wanroij, Reinoud Van Mechelen, Mathias Vidal and David Witczak, all relishing a libretto (peopled by characters from mythology and the Ancient World) which aims at celebrating the artistic aptitudes to be found on the stage of the Opéra in Paris: Poetry, Music and Dance (from which derives the opera’s subtitle of “Les Talents lyriques”).This new recording presents the June 1739 version of this opéra ballet (whilst embracing changes made in revivals from across subsequent decades), and additionally includes the original version of the second entrée, “La Musique”. REZENSION Dirigent György Vashegyi und die ungarischen Alte Musik Institutionen „Orfeo Orchester“ und „Purcell Chor“ sind seit einigen Jahren Garanten für historisch informierte, impulsiv und dramatisch musizierte sowie mit internationalen Spitzeninterpreten besetzte Aufführungen von Vokalwerken aus der Hochblüte des französischen Barocks. Mit hochkarätigen CD-Produktionen wie Boismortiers „Les Voyages de l’amour“, Monteclairs „Jephté“ oder Rameaus „Naïs“ und „Dardanus“ haben die ungarischen Künstler uns vom Repertoirewert sowie der künstlerischen Interpretation her auf duftig-beschwingte musikalische Reisen mitgenommen. Der Untertitel von „Les Fêtes d’Hébé“ lautet „Les Talents lyriques“. So heisst auch eines der renommiertesten französischen Originalklangensembles, 1991 vom Cembalisten und Dirigenten Christophe Rousset gegründet. Er weist den Weg zur Handlung. Welche Talente werden in der Oper gebraucht, um die Liebe in aller Form und Pracht theatralisch gehörig hochleben lassen zu können? In der von Madame Bersin und Antoine-César Gaultier de Montdorge hochprozentig geschüttelten Librettomixtur sind das La Poésie (die Kunst der Verse und ihrer Deklamation), La Musique (Gesang und Harmonie) und La Danse (Choreographie). Ist es im Prolog die Mythologie, die für einen komischen Einstieg der Oper sorgt, so haben die Textdichter in der eigentlichen Oper auf frei variierte Themen aus der Antike zurückgegriffen. Rameau, der gleichzeitig zu seinem Ballett „Les Fêtes d’Hébé“ an der Oper „Dardanus“ arbeitete, legte ein unglaubliches Arbeitstempo vor. Das hiess, dass er sich schamlos an früheren Eigen-Kompositionen bediente. So stibitzte er aus seinen eigenen „Pièces de clavecin avec une méthode pour la mécanique des doigts“ mehrere Tänze. Aus der Kantate „Le Berger fidèle“ hat er sich zur Arie des Mercure „L’objet qui règne dans mon coeur“ inspirieren lassen. Im Journal de Paris vom 5.1.1777 wollte man ausserdem wissen, dass Rameau mehrere Stücke aus der Partitur der Tragödie „Samson“ übernommen hat, die der Zensur zum Opfer fiel. --Feuilletonscout