Beschreibung
Marke: Vox Luminis
Variante: Audio-CD
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN KURZBESCHREIBUNG Wer die Diskografie des Ensembles Vox Luminis kennt, der dürfte erstaunt sein über dessen jüngste Produktion auf ALPHA CLASSICS: Purcells Semi-Opera King Arthur will nämlich so gar nicht in die Schublade Barocke geistliche Musik mit Schwerpunkt Deutschland passen, in die wir das Ensemble offenbar vorschnell abgelegt haben. Doch gerät der Ausflug ins barocke Bühnenrepertoire den famosen Belgiern exzellent! Sowohl die Chöre als auch die wunderbaren Solostücke gelingen nicht nur überzeugend, sondern so mitreissend und dramaturgisch bestechend, dass man glauben möchte, die Musiker und Sänger hätten die letzten fünfzehn Jahre nichts anderes gemacht. Vox Luminis already boasts an impressive discography, orientated mainly towards sacred music and German repertoire (its CD devoted to music by Heinrich Schütz won the Gramophone Best Recording of the Year Award in 2013). Now this ensemble, founded nearly fifteen years ago by Lionel Meunier, has scaled one of the summits of English music: the legend of King Arthur and his mentor the wizard Merlin inspired one of Henry Purcell's most popular successes, King Arthur, a semi-opera on which Purcell lavished all his exuberant musical and theatrical inventiveness.In this revelatory new reading, the Vox Luminis vocal sound always perfectly matches the mix of choruses and highly characterized vocal solos.Prior to recording, the group presented the work in many semi-staged concerts,notably in Britain, where this Franco-Belgian ensemble has enjoyed enormous success, becoming one of the most respected European ambassadors for baroque music-making. REZENSION Eigentlich geht es bei Purcells 'King Arthur' um den Gründungsmythos Grossbritanniens durch den siegreichen Kampf der Briten gegen die Sachsen. Doch die Hauptpersonen des Dramas treten nur in Sprechrollen auf. Es ist eine wunderbare Zauberwelt, in die der Komponist Henry Purcell und der Librettist John Dryden ihre Zuhörer mit 'King Arthur' führen. Eigentlich geht es um den Gründungsmythos Grossbritanniens durch den siegreichen Kampf der Briten gegen die Sachsen unter König Arthur. Doch die Hauptpersonen des Dramas treten in dieser 'Semi-Opera' allesamt nur in Sprechrollen auf, während die Musik als ungemein plastische Untermalung der Handlung (und diverser Nebenhandlungen) dient und Geistern, Göttern sowie weiteren Symbolgestalten Raum zum Singen lässt. Um die hochdifferenzierte musikalische Sprache Henry Purcells zum Leben zu erwecken, braucht man eine ausgereifte Ensemblekultur und als Ensembleleiter insbesondere ein gutes Gespür für die melodisch-harmonische Umtriebigkeit der Mittelstimmen, die der Musik Purcells ihren unverwechselbaren Zauber verleiht. Lionel Meunier hat bei der Führung seines handverlesenen Ensembles Vox Luminis schon häufig (aber nicht immer) solches Geschick bewiesen: Vor allem seine Aufnahme von geistlicher Musik der Bach-Familie zeugte von hoher Sorgfalt und bemerkenswerter Inspiration. Mit der Einspielung von Purcells Halboper King Arthur kann Meunier an dieses selbstdefinierte hohe Niveau wieder anknüpfen. Mit einer kleinstmöglichen Besetzung (im Orchester auf Basis einfacher Streicher, bei den Vokalisten mit zwölf Sängerinnen und Sängern, die jeweils mehrere Solorollen vertreten und gemeinsam den Chor bilden) zelebriert er Purcells fantastische, ebenso begeisternde wie bewegende Satzkunst unter Verzicht auf jenen Schnickschnack, mit dem andere Ensembles gerade solche Musik heutzutage gerne tendenziell verpoppen . Die Sängerinnen und Sänger überzeugen nacheinander in der Reihenfolge ihres Auftretens, und Meunier selbst wechselt als Leiter, (Chor-)Sänger und Blockflötist häufig die Rolle. Purcells Schauspielmusik wird auf diese Weise eindrucksvoll zum Leben erweckt unter Anknüpfung an eine historische Tradition die sich deutlich von der im 18. und 19. Jahrhundert entstandenen Aufführungspraxis dieser seit ihrer Entstehung fast durchgängig populären Musik absetzt und einen Bogen zurückschlägt ins England des späten 17. Jahrhunderts. --rbb Kulturradio / rondomagazin Er gilt als 'Orpheus Britannicus', als einer der bedeutendsten englischen Barockkomponisten: Henry Purcell. In seinem reichhaltigen Oeuvre sollen auch mehr als 50 dramatische Musikwerke gewesen sein neben seinem Klassiker 'Dido und Aeneas' waren das vor allem sogenannte 'Semi-Opern': mit Musik und Tanz angereicherte Schauspiele. Mehrmals hat Purcell mit dem englischen Dichter John Dryden zusammengearbeitet. Ein besonders fruchtbares Ergebnis war 1691 die Semi-Oper 'King Arthur'. Das belgische Gesangs- und Instrumentalensemble 'Vox Luminis' hat die Musik zu dem fünfaktigen Schauspiel jetzt neu eingespielt. Die CD 'King Arthur' versammelt sämtliche musikalische Intermezzi, die Henry Purcell seiner sonst von Schauspielern gesprochenen Semi-Oper beigefügt hat. Es ist zwar nur indirekt drin, was draufsteht das aber bringt das Ensemble 'Vox Luminis' fulminant zum Klingen. Fazit: Das Ensemble 'Vox Luminis' macht seinem Namen erneut alle Ehre - und bringt ins dramatische Dunkel der Semi-Oper 'King Arthur' jede Menge wohlklingendes Licht. --hr2 Zuerst aber kümmern wir uns um die schönste aller Inseln, um die britische Insel. Nein, nicht aus dem gegebenen politischen Anlass, sondern weil im 6. Jahrhundert die Sachsen nach Britannien eindrangen und die Macht an sich reissen wollten. Darum geht es in Henry Purcells 'King Arthur', einem originellen Zwitter aus Schauspiel und Oper. Das Ensemble Vox Luminis hat die Musik zu diesem barocken Bühnenwerk jetzt neu eingespielt. Und schon im ersten Akt treffen die Truppen aufeinander, da erwarten die Einheimischen die feindlichen Invasoren und rufen ihnen provokant zu: 'Kommt doch her, wenn ihr s wagt!' Die tapferen Briten ringen die mutlosen Sachsen eindrucksvoll nieder, mit Pauken und Trompeten, kriegerisch und schwungvoll, in stählernem C-Dur. Solist Robert Buckland, der als britischer Krieger vom Geschehen berichtet, ist ein Ensemblemitglied. Das ist das Besondere an dieser Neuaufnahme, die bei Alpha Records erschienen ist. Sie verzichtet auf das Startheater und kommt stattdessen mit jeweils sechzehn Sängern und Instrumentalisten aus den eigenen Reihen aus, die alles gestalten, vom Chorpart bis zum grossen Solo. Natürlich ist das in der barocken Tradition begründet, denn damals gab es keine Orchester im heutigen Sinne, sondern nur Ensembles von Virtuosen. Und auch die Chöre versammelten noch keine Hundertschaften sie sangen in kleiner Formation, wenn sie nicht sogar solistisch besetzt waren. Diesem Muster folgt Vox Luminis seit seiner Gründung im Jahr 2004 und hat mit Einspielungen von Schütz und Schein, Bach und Buxtehude begeistert. Freilich, das waren fromme Gesänge, geistliche Musik doch nun: ein Musikdrama, handfeste Bühnenkunst. Kann das denn funktionieren? Ja, und wie! Ich spiele Ihnen einen Ausschnitt aus dem Pastoralidyll des zweiten Akts vor. Das Glück der einfachen ländlichen Schäfer, die sich, unbeeindruckt von allen Machtkämpfen, mit Spiel und Tanz vergnügen, das schildert Purcell am Ende des zweiten Akts von 'King Arthur': hier musiziert vom Ensemble Vox Luminis mit den Sopranistinnen Zsuzsi Tóth und Stefanie True. Und der Dirigent der Einspielung, der Franzose Lionel Meunier, schlägt nicht nur den Takt, sondern er spielt auch noch selbst einen der Blockflötenparts. Purcells Musik ist völlig aus dem Bewegungsimpuls heraus gedacht und den setzt Vox Luminis mit Temperament und Vehemenz frei. Bis zur Raserei steigert er sich in der Hornpipe, die wir dann am Ende des Beispiels gehört haben. Man sieht bei dieser Interpretation geradezu bildhaft eine imaginäre Szene mit tanzenden und scherzenden Hirten vor sich, alles hat Swing und Drive, Plastizität und physische Präsenz. Das gilt auch für das wohl berühmteste Tableau aus dem King Arthur , für die grandiose Frostszene des dritten Akts. ... Ja, Purcells Musik steht in der Tradition von Shakespeare, und genau wie er verstand auch er es, das pralle Menschenleben auf der Bühne abzubilden. Weshalb sich im Finale von 'King Arthur' auf das Shanty 'Your hay it is mow d' nahtlos der überirdisch schöne und ätherische Gesang der Liebesgöttin Venus anschliesst, das Preislied auf die 'Fairest Isle'. Das von Lionel Meunier geleitete Ensemble Vox Luminis mit den Solisten Olivier Berten und Zsuzsi Tóth gestaltet all das mit Selbstironie und Lust an der Stegreifkunst. Hinreissend sind die freien Umspielungen der Melodielinien und die Improvisationen, mit denen sie aufwarten. Vergleiche mit Starsängern und den Granden aus der Szene der Alten Musik muss Vox Luminis jedenfalls nicht scheuen. Und was für ein schönes Sinnbild in diesen Zeiten: Da wird dieser britische Nationalmythos von einem Ensemble beschworen und gefeiert, dessen Mitglieder meistenteils aus ganz anderen Ländern stammen. Die Kunst kennt eben keine Grenzen. --Swr2
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