Marke: Julian Casablancas
Variante: Vinyl
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN PRODUKTBESCHREIBUNGEN Vinyl LP pressing. 2009 debut solo album from the Strokes vocalist. The primary inspiration for the album and it's title came from the Oscar Wilde essay 'Phrases And Philosophies For The Use Of The Young'. Julian explains; ''The Oscar Wilde thing makes fun of how superficial humans are - I was writing more about arrogance and shortsightedness'' Helping Casablancas achieve his vision was veteran engineer Jason Lader and Bright Eyes multi-instrumentalist Mike Mogis. MOTOR.DE Kreative Hochzeit oder ambitionierter Krampf? Die Erwartungshaltung für Julian Casablancas ist hoch, die Fallhöhe ebenso. Am Ende kommt er aber relativ sauber aus der Solo-Mission heraus. Nun hat es also auch Julian Casablancas getan. Nachdem schon drei seiner Strokes-Kollegen die Bandpause nutzten, um diverse Solo- und Nebenprojekte (Little Joy, Nickel Eye, Albert Hammond jr.) auf den Weg zu bringen und Alben zu veröffentlichen, ist nun der Frontmann an der Reihe. Dabei sieht er sich der grössten Aufmerksamkeit und höchsten Erwartungshaltung aller Bandmitglieder ausgesetzt. Denn der Sänger gilt als der kreativste Kopf des New Yorker Quintetts. Und ein wenig Posterboy-Habitus schadet ihm sicher auch nicht. Was aber bietet "Phrazes For The Young" wirklich? Ein als Soloprojekt verpacktes Strokes-Album? Oder probiert sich Casablancas aus und wagt Dinge, die er mit seiner Hauptband nicht kann/will? Um das Fazit vorweg zu nehmen: Es ist ein bisschen von beidem. Was vor allem auffällt, ist der häufige Gebrauch von Retro-Synthesizern. Dominiert bei den Strokes meist Hammonds Gitarrenspiel die Songs, regieren auf "Phrazes For The Young" die Keyboard-Sounds und geben den Takt vor. Sozusagen die Auslotung der Punk-Attitüde mit elektronischen Mitteln. Der extensive Synthie-Einsatz ist auf der gesamten Länge ein zweischneidiges Schwert: einerseits verleiht er manchen Songs ein hohes Mass an Catchiness, die aber andererseits schnell in Cheesiness kippt, wenn es zu sehr fiept und orgelt. Was noch hervorsticht: Casablancas lässt sich Zeit mit seinen Stücken, kein Song unterschreitet die vier-Minuten-Grenze – ganz im Gegensatz zu den kurz-knackigen Strokes-Krachern. An seine Hauptband knüpft der New Yorker bei den Gitarrensounds an. Wenn sich einmal ein Sechssaiter in den Vordergrund schleicht, klingt dieser stark nach den Strokes. Kurze, eingängige Akkorde in stoischer Repetition. Ebenso ist Casablancas' Stimme unter tausend anderen unverwechselbar und seit "Is This It" untrennbar mit seiner The-Band verbunden. Und auch das Gespür für den guten Popsong hat der Sänger beim Umschalten von Band- auf Solomodus nicht verloren, die Stücke sind vom Aufbau her in sich schlüssig. Textlich regiert auf dem Album allerdings nicht die Fröhlichkeit, die man aufgrund der Instrumentierung erwarten könnte. Vielmehr spricht Melancholie, manchmal sogar Bitterkeit aus den Zeilen: "Somewhere along the way my hopefulness turned to sadness / Somewhere along the way my sadness turned to bitterness / Somewhere along the way my bitterness turned to anger" ("Out Of The Blue"). So ist "Phrazes For The Young" nicht die Pop-Götter-dämmerung, die vielleicht mancher erwartet hat, aber auch nicht der kreative Fall ins Bodenlose. Sondern es ist das Album eines Anfangdreissigers, der ein Stück weit der hedonistischen Selbstverwirklichung frönt, ohne aber dabei seine Bandwurzeln zu negieren. Mit ein paar ausgezeichneten Songs wie "Out Of The Blue" oder "11th Dimension", aber auch einigen Mittelmässigkeiten ("4 Chords Of The Apocalypse").