Mozart: La Clemenza di Tito KV 621, Audio-CD

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Marke: Nicky Spence

Variante: Audio-CD

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PRODUKTBESCHREIBUNGEN KURZBESCHREIBUNG Flankiert von einer spektakulären Besetzung mit den Rollendebüts von Nicky Spence und Simona Saturová demonstriert der Dirigent Ben Glassberg einmal mehr sein grosses Gespür für Mozart. In diesem späten Meisterwerk stellt er sein musikalisches Genie in den Dienst einer Handlung, in deren Mittelpunkt die Komplexität der Gefühle, die leidenschaftliche Liebe und die Katastrophe des Verrats stehen. Flanked by a spectacular cast featuring the role debuts of Nicky Spence (named ‘Personality of the Year’ by BBC Music Magazine in 2022) and Simona Šaturová, the conductor Ben Glassberg (Music Director of the Opéra de Rouen Normandie) once again demonstrates his Mozartian temperament. This late masterpiece (written at the same time as Die Zauberflöte) places his musical genius at the service of a plot centred on the complexity of emotions, passionate love and the absurd disaster of betrayal. REZENSION Der britische Dirigent Ben Glassberg, aktuell Musikdirektor der Opera de Rouen Normandie, Chefdirigent von Glyndebourne on Tour und Gastdirigent des Orchestre National de Lyon, hat sich schon bei der Einspielung von Benjamin Brittens kammermusikalischem Psychothriller „The Turn of the Screw“ mit dem La Monnaie Chamber Orchestra als ein Meister der Konstruktion dichter Spannungsbögen, eines transparenten und dennoch sinnlichen Orchesterklangs und vor allem als ein Musiker entpuppt, der souverän mit Licht und Schatten, dynamisch minutiöser Abstimmung der einzelnen Stimmgruppen und Instrumentalsoli zu jonglieren vermag. Die Neuaufnahme von Mozarts „La Clemenza di Tito“ stellt ihm auch in Sachen Mozart das allerbeste Zeugnis aus. So gesanglich, flüssig, geschmeidig, flott und ganz auf den Kern der Leidenschaften und die komplexen Beziehungen der Figuren zueinander habe ich diese Oper noch nie gehört. Jegliches Plustern und kühl klassizistischer Säulenglanz sind wie weggeblasen. Es scheint, als gelänge es Glassberg mit dem wunderbaren Orchestre de L’Opera de Rouen Normandie und dem pauschaler agierenden Choeur Accentus auf spektakuläre Weise, in dieser so frisch unbeschwerten Aufnahme alle Steifheit, alle Nüchternheit der seria in ein organisch atmendes modern-psychologisches Drama zu wandeln. Das gelingt dem 28 Jahre jungen Maestro nicht zuletzt dank des vorzüglichen Umgangs mit Mozarts superber Instrumentierung. Ergebene Liebe, Verrat, Rache, Anstiftung zu Mord, nagende Schuldgefühle und allumfassende Vergebung fügen sich so zu einem Universum an musikalischer Schönheit und innerer Wahrhaftigkeit. Dazu kommt, dass Julio Caballero Pérez am Hammerklavier die Rezitative äusserst abwechslungsreich, atemlos am Sängerwort haftend, klanglich bravourös zu gestalten weiss. Wie sehr sich die neue Aufnahme von meinen alten „Lieblingen“ unterscheidet, ist schon an der jeweiligen Aufführungsdauer abzulesen. Während Karl Böhm den Reigen mit ca:140 Minuten als derjenige mit den breitesten Tempi anführt; so sind Christopher Hogwood (137‘), James Levine/live 3.8.1977 Salzburg (134‘) und István Kertész (121‘) wesentlich langsamer als Glassberg unterwegs, der mit insgesamt nur 113 Minuten Spielzeit jetzt die rascheste Aufnahme am Schallplattenmarkt vorlegt. Dabei wirkt trotz der straffen Tempi bei stets delikat gesetzten Rubati nichts überhitzt, überstürzt oder künstlich beschleunigt, sondern fügt sich in eine kluge Gesamtdramaturgie, die sich genügend Zeit für elegisches Innehalten (z.B.: Rondo des Sesto „Deh per questo istante solo“) und vor allem das elegante Ausschwingen von behutsam ausgeformten Phrasen nimmt. Die Besetzung mit zwei Rollendebüts (der schottische Tenor Nicky Spence in der Titelrolle und die slowakische Simona Houda Šaturová als Vitellia) darf als ein Triumph einer mustergültigen Ensemblebildung gelten. Besonders hervorheben möchte ich die britische Mezzosopranistin Anna Stéphany als verwegenen Sesto und die junge Schweizerin Chiara Skerath als entzückende Servilia. Antoinette Dennefeld als Annio und der Bassbariton David Steffens als Publio fügen sich gut ins Team. Fazit: Eine willkommene und musikalisch wertvolle Bereicherung des Katalogs. Vom opernaffinen Ben Glassberg dürfen wir uns noch viel erwarten. --Der neue Merker Auch die Oper Seria «La clemenza di Tito» ist ein vorletztes, reifes Werk, das Mozart während der Arbeit an der «Zauberflöte» in zwei Monaten zwischen Anfang Juli und der Uraufführung am 6. September 1791 in Prag auf einen schon häufig vertonten Text Pietro Metastasios komponierte. Freilich wurde der vom Dresdner Hofdichter Caterino Mazzolà zu einer „richtigen Oper verkleinert“, wobei von 25 Arien gerademal sieben übrigen blieben, vier mit neuem Text dazukamen, dazu Accompagnati, je drei Duette und Terzette sowie zwei grosse Finali. Aus Zeitmangel stammen die Secco-Rezitative wohl von Franz Xaver Süssmayr, der auch Mozarts Requiem vollendete. Doch das merkt man kaum, wenn sie (wie üblich stark gekürzt) von Hammerklavier (Julio Caballero Pérez) und Cello so lebendig spannungsvoll musiziert und deklamiert werden, wie in der Einspielung des Orchestre de l’Opéra de Rouen Normandie unter dem 28-jährigen Briten Ben Glassberg, die ein hohes Mass an theatralischer Intensität besitzt. Der junge Sesto (ein feiner Mezzo: Anna Stéphany) ist hin- und hergerissen zwischen Vitellia (ein schöner Mozart-Sopran mit leichtem Metall in der Höhe: Simona Šaturová), die er liebt und die ihn zum Mord an Kaiser Titus anstiften möchte, um an die Macht zu kommen, und seiner Loyalität zu Titus (ein leidenschaftlicher, nicht mehr ganz lyrischer Tenor: Nicky Spence). Als Vitellia Hoffnung schöpft, doch noch an der Seite von Titus Kaiserin zu werden, möchte sie den Auftrag zurücknehmen. Doch da brennt schon das Kapitol, aber der Kaiser bleibt unverletzt. Am Ende steht das Todesurteil für den Attentäter im Raum, doch Titus vergibt mit seiner im Titel der Oper enthalten „Milde“ allen Beteiligten, sogar Vitellia, die ihren Mordauftrag gestanden hatte. Neben den genannten Sängerinnen und Sängern überzeugen auch die ebenfalls jungen Chiara Skerath und Antoinette Dennefeld als Servilia bzw. Annio sowie David Steffens in der Bass-Partie des Publio. (Alpha) --Opern-News


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