Marke: Jane Archibald
Variante: Audio-CD
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN KURZBESCHREIBUNG Erfrischend Sogenannte Türkenopern waren im Europa des 18. Jahrhunderts ein Sujet, das sich wegen des vorherrschenden Exotismus grösster Beliebtheit erfreute und von Komponisten wie beispielsweise Gluck, Haydn oder Grétry gepflegt wurde. Der gefeierte junge französische Dirigent Jérémie Rhorer ist ein ausgewiesener Mozart-Spezialist und widmet sich hier dessen Singspiel Die Entführung aus dem Serail. Zusammen mit seinem Ensemble Le Cercle de l Harmonie präsentiert er uns hier eine erfrischend neue Sicht auf die beste aller Türkenopern. Die Veröffentlichung ist der Beginn einer längerfristigen Zusammenarbeit mit ALPHA CLASSICS. The conductor Jérémie Rhorer is today regarded as one of the finest interpreters of the music of Mozart in general and his operas in particular. After conducting Die Entführung aus dem Serail at the Festival dAix-en-Provence in 2015, he performed it again at a memorable concert at the Théâtre des Champs-Élysées in Paris in September of that year with his orchestra, Le Cercle de lHarmonie. It is this exceptional event, captured in a live recording conveying all the dramatic intensity of the opera, that we present today. In Die Entführung, Mozart presents a completely unprecedented vision of the singspiel, with highly developed ensembles and musical continuity at a time when contemporary spectators were expecting the standard alternation between spoken and sung sections, says Jérémie Rhorer in the interview that accompanies the discs. That musical dramaturgy lies at the centre of this interpretation, which is served by an outstandingly homogeneous cast. This recording launches a series of recordings of concerts at the Théâtre des Champs-Élysées and a collaboration between Alpha Classics and Le Cercle de lHarmonie, who will continue to place their excellence at the service of the great masterpieces of Mozart and of other composers: watch this space! REZENSION Temporeiche Entführung aus Paris Mozarts Entführung aus dem Serail , live aufgenommen im Théâtre des Champs-Elysées in Paris: es handelt sich dabei um eine Konzertfassung mit verkürzten Dialogen, einer mehr oder weniger guten Besetzung und einem höchst dynamischen Dirigenten. Negativ zu Buch schlagen der höchst schlampige Umgang mit der deutschen Sprache und der lästige Publikumsapplaus. War es wirklich nicht möglich, mit einigen Korrekturaufnahmen das Publikum auszuschalten? Die sängerische Überraschung ist die kanadische Sopranistin Jane Archibald, die die Konstanze nicht nur als leidende, sondern auch als sich auflehnende Frau zeichnet. Stimmlich hat sie dabei keine Probleme, da sie auch in virtuosen Koloraturen eine sichere Höhe hat, sowie über eine gute Stimmführung und eine gute Artikulierung verfügt. Die zweite weibliche Rolle, die der Blonde, ist mit Rachele Gilmore nicht so gut besetzt: die Stimme ist monochrom und klingt nicht besonders sauber. Norman Reinhardt (Belmonte) ist anfangs etwas unsicher, und seine Stimme franst dann gerne aus. Im Laufe der Aufführung wird der Sänger zwar zunehmend sicherer, kann mit seinem etwas nasalen und verschleierten Timbre und seiner Warme-Kartoffel-Aussprache nicht wirklich überzeugen. David Portillo ist ein schelmischer Pedrillo mit einer trotz einem etwas säuerlich-näselnden Timbre recht guten Stimme, und Mischa Schelomianski kann mit seinem eher schlanken Bass den Osmin gut charakterisieren. Christoph Quest ist ein jugendlich-verliebter und im Vergleich zu anderen Interpreten der Rolle eher weicher Selim. Jérémie Rhorer dirigiert sehr dynamisch und bringt die reiche Partitur mit viel Raffinement zum Blühen. Seine Tempi sind schnell, aber die Musik wirkt eigentlich nie atemlos und hat mit ihrer quirligen Theatralik etwas sehr Gefälliges. (pizzicato / Remy Franck / 01.07.2016) Seriöse Ausstattung Alpha music ist nicht grade das typische Opernlabel. Berühmt ist die Firma vor allem für exzellente Kammermusik-Aufnahmen. Auch wenn ich nicht ganz glücklich bin mit den Sängern des Mitschnitts, muss ich doch ganz ausdrücklich die Aufbereitung loben. Und damit meine ich nicht nur das geschmackvolle Design. Riesen-Sympathiepunkt: Dies ist ein Livemitschnitt, der wie ein Livemitschnitt klingt! Endlich mal eine Firma, die nicht ängstlich alle Publikumsreaktionen herausfiltert. Hier hat man viel eher das Gefühl, live dabei zu sein als bei so manchen sterilen Verschönerungsaktionen der Konkurrenz. Und man höre und staune es gibt ein Booklet, das dicker ist als 3 Millimeter! Mit Libretto und Einführungs-Texten in drei Sprachen! Traurig, dass man das loben muss, aber ich finde es bemerkenswert, dass ein relativ kleines Label zu solch einer Ausstattung in der Lage ist, während andere grosse Firmen mit den Achseln zucken und auf die schwierigen ökonomischen Zeiten verweisen. Hier jedenfalls fühlt man sich als Klassik-Liebhaber ernst genommen. (rbb kulturradio / 14.07.2016) Musik: 8 Klang: 9 Jérémie Rhorer (*1973) gilt mit seinem exzellenten Orchester Le Cercle de l Harmonie in seiner Heimat Frankreich längst als Mozart-Spezialist zu Recht, wie dieser Konzertmitschnitt einer Koproduktion des Festival d Aix-en-Provence mit dem Théâtre des Champs-Élysées beweist. Eine ungewöhnlich helle, nur dezent türkisch gefärbte Lesart, virtuos musiziert und sicher auf dem schmalen Grat zwischen Komödie und Tragödie balancierend. Manche Tempi sind vielleicht etwas zu schnell, mancher dynamische Kontrast zu schroff; aber Rhorer gelingt es sehr überzeugend, die Fallhöhe der Gefühle anders auszuloten als es zum Beispiel René Jacobs in seiner (für meinen Geschmack zu leichtgewichtig-buffonesken) Aufnahme der Entführung getan hat. Indessen ist sein Ensemble der Gangart nicht immer gewachsen: Vor allem die Kanadierin Jane Archibald klingt als Konstanze eher nach Strauss als nach Mozart, und auch dem Amerikaner Norman Reinhardt fehlt es als Belmonte an Leichtigkeit und Schmelz. Der russische Osmin von Mischa Schelomianski ist eher baritonal gefärbt, David Portillo und Rachele Gilmore sind ein allzu biederes Dienerpaar Pedrillo / Blonde. Auch Christoph Quest als Bassa Selim zeigt wenig Präsenz. So bleibt die Aufnahme trotz aller Überzeugungskraft des Orchesters doch hinter den Erwartungen zurück: Rhorer kann mehr, als diese Entführung dokumentiert. (Stereoplay / 09.2016)
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