Marke: Cappella Mediterranea
Variante: Audio-CD
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN KURZBESCHREIBUNG Zwar fehlt Jacobus Arcadelt (1507-1568) in keiner Musikgeschichte des 16. Jahrhunderts als einer der bedeutendsten Vertreter der franko-flämischen Schule sowie als einer der Väter des italienischen Madrigals, doch steht dieser Bedeutung bislang eine geradezu beschämend dünne Diskografie gegenüber. Diesem Umstand schafft die diese RICERCAR-Edition endlich Abhilfe: drei exzellente Spezialensembles, die Capella Mediterranea, Doulce Memoire und der Chur de Chambre de Namur bereiten dem divin Arcadelt (dem göttlichen Arcadelt) hier das längst überfällige klingende Denkmal, das den geneigten Hörer mit herausragender Renaissancemusik bekannt macht. REZENSION Ein weisser, lieblicher Schwan zieht seine Bahnen übers stille Wasser und singt und es braucht die nächsten Verse nicht. Wir fühlen, dass er sterben wird. Süss ist das Mitleid, menschlich der Mensch der es empfindet. Und ein grosser Komponist, dem es gelingt, das, was der Mensch empfindet und wovon er redet, in Musik zu übersetzen. Die italienischen Madrigalisten des 16sten Jahrhunderts waren Meister in dieser Kunst, und Jacques Arcadelt einer der ersten, der diese Kunst beherrschte. Dabei war er selbst ein Flame, und eigentlich in Italien, um die Italiener mit geistlicher Musik, mit Motetten vor allem, zu unterhalten und zu erbauen: Diese hochkomplexen vielstimmigen Stücke galten als Spezialität der Kollegen aus dem Norden, auch die des Maestro Arcadelt, der aus Namur gekommen warb.In Rom, Venedig und Florenz spürte der Flame Arcadelt schon bald den neuen Wind: die Renaissance stand in voller Blüte und verlangte menschliches Mass, stellte irdische Empfindsamkeit über die Tröstungen des Himmels, und Arcadelt, der Sohn eines Waffenschmieds, wusste wie kaum ein anderer in diesem neuen Wind zu segeln. Er wurde zum Freund und Vertrauten der italienischen Elite, verkehrte mit dem Papst, den Medici und mit Michelangelo, vermutlich hat ihn Pontormo gemalt und wer das berühmte Bildnis eines Lautenisten von Caravaggio vor Augen hat, der sollte es im Geiste einmal auf den Kopf stellen und auf die Noten schauen, die vor dem Jüngling ausgebreitet sind: es ist ein Madrigal von Arcadelt.Unerklärlich, dass der grosse Arcadelt so lange fast vergessen war, fabelhaft, dass er nun wieder da ist: präsentiert von herausragenden Musikern in einer wunderschönen Box mit einem geradezu epischen Beiheft und 3 CDs: Die erste mit den kunstvollen Motetten und dem Kammerchor aus Arcadelts Heimatstadt Namur, auf der zweiten die bahnbrechenden Madrigale mit der Cappella Mediterranea, die letzte CD schliesslich mit intimen Chansons und dem Ensemble Doulce Memoire. Jacques Arcadelt also ist zurück. Sein Empfang hätte prächtiger nicht sein können. Jacques Arcadelt einen Belgier zu nennen, wäre vermessen. Das gleichnamige Land lag damals ja noch in weiter Ferne. Dieser Mann hier allerdings ist ein Belgier: Florian Noack. 1990 in Brüssel geboren, macht sich Noack in seinem neuen Album auf die Reise quer durch Europa, durchaus im Geiste der reiselustigen Franko-Flamen von einst, doch eben auch nur im Geiste. Seine Reiseziele hat Noack allesamt vom Klavierhocker aus erkundet, hat sie gefunden bei Komponisten, die ihre Heimat oder eine besondere Region, die Menschen dort und ihre Bräuche in ihrer Musik porträtiert haben: Ein englischer Ritter tanzt da mit der Tochter eines Schäfers in einem Stück von Percy Grainger, Leos Janacek hört Bauern singen in der ostmährischen Walachei und schreibt Lachische Tänze, Schubert erinnert uns daran, wie die Wiener einst ihren Walzer tanzten und der Spanier Joaquin Nin, wie ein Flamenco in Sevilla klingt... Sie ist nicht ganz neu, die Idee einer musikalischen Reise, hat ihr berühmtestes Vorbild in Franz Liszt, der uns ebenfalls ein Album d un voyageur hinterlassen hat. Doch dieses hier ist anders. Denn Florian Noack reist eben nicht selbst, er lässt reisen, und sammelt ein, was andere erlebt und gefunden haben. Die Mitbringsel klebt Noack nicht einfach ein ins Album, er schaut, ob sie überhaupt passen, er schneidet sie zurecht und hübscht das ein oder andere auch auf: bringt etwa die Deutschen Volkslieder von Brahms um ihre Worte, reichert dafür aber den Klaviersatz an mit viel Geschick, erweist sich überhaupt als kluger und stilbewusster Arrangeur auch von grossen Partituren für Chor und Orchester und als ein Virtuose, der sehr viel kann, aber sein Können nicht um jeden Preis und unentwegt zeigen muss. .... --Scala
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