Marke: The Roots
Variante: Vinyl
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN MOTOR.DE Stilsicherheit, Consciousness und das Gespür für die richtigen Gäste: Endlich legen The Roots ihr neuestes Werk vor. Diesmal haben sich die Neo Soul-Pioniere von der Ostküste für Gastsänger entschieden, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die amerikanische Folk-Sängerin Joanna Newsom steht ebenso auf der Featuring-Liste, wie der Monsters Of Folk-Sänger Jim James, Stammgast Dice Raw und R&B-Sänger John Legend. Was beim ersten Blick auf die Tracklist von „How I Got Over“ ein wenig befremdlich wirkt, entpuppt sich beim Hören mal wieder als Geniestreich der beiden Roots-Masterminds. Die zweite Singleauskopplung „Dear God 2.0“, ein Cover des Monsters Of Folk-Songs „Dear God“, gab bereits einen kleinen Einblick in das neue Material der Band. Ähnlich wie schon beim 2003er Crossover-Hit „The Seed 2.0“, ein Cover des Sängers Cody ChessnuTT, drücken The Roots dem Track ihre ganz eigene Note auf: Durch sanfte Klavierklänge und zaghaften Drum-Besen wird der Song mit der klaren Stimme Jim James' eingeleitet. Wenn dann das Schlagzeug und der Basslauf sich treffen, braucht es nur noch Black Thoughts Reime über den verzweifelten Versuch, Gott zu erreichen, um den Song zur gelungenen 2.0-Version zu machen. Mit „Walk Alone“ und „Radio Daze“ liefern The Roots zwei fast identische, ruhige Neo Soul-Tracks ab, die direkt zum Füsse hochlegen und entspannen einladen. Dafür sorgen zum einen die smoothen Beats, samt Klavierbegleitung, sowie die soulige Stimme des Roots-Stammsängers Dice Raw, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album ziehen. Auch beim „How I Got Over“ ist Raw am Mikrofon und macht den Titeltrack zu einem Highlight der Platte: Straightes Schlagzeug, Percussions, die erwähnten Raw-Vocals und der Chorus: „Out on the streets / Where I grew up / First thing they teach us: Not to give a fuck. That type of thinking can’t get you nowhere / Someone has to care.“ Die Kooperation mit John Legend ist bei dieser Platte eine wenig verwunderliche und der R&B-Sänger harmoniert stimmlich hervorragend mit dem Sound der Band, auch wenn „The Fire“ überraschender Weise eher in Richtung beatbetonten Hip Hop geht. Mit der Wahl von Joanna Newsom aber haben sich The Roots selbst übertroffen: Das sich die eher gewöhnungsbedürftig Stimme der Harfen-Folkerin so vorzüglich in den Kontext eines Roots-Albums integrieren lässt, hätten vorher sicher die Wenigsten vermutet. Black Thoughts und ?uestlove belehren uns eines Besseren. Newsom singt den Refrain von „Right On“ so hallend und dadurch intensiv, als wäre er in einer riesigen Lagerhalle aufgenommen worden, während die Rap-Parts klingen, als hätte man sie direkt auf den Strassen Phillys in den Radiorecorder gesungen. Oldschool und Newschool verschmelzen in einem Song. The Roots machen auch auf ihrem neunten Studioalbum ihrem Namen alle Ehre. Eine so gelungene Verzahnung eines Grossteils schwarzer Musikgeschichte schaffen nur die wenigsten Künstler. Dabei aber nicht nur die eigenen Wurzeln hoch leben zu lassen, sondern stets den Blick nach Vorn gerichtet zu halten und sich von immer weiteren, manchmal auch ungewöhnlichen Einflüssen inspirieren zu lassen, macht Visionäre aus.