Marke: Iestyn Davies
Variante: Audio-CD
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN KURZBESCHREIBUNG Zwar knüpft Händel in seinem Osteroratorium La Resurrezione (1708) an römische Vorbilder an, doch ist die eigentliche kompositorische Gestaltung individuell. Auffällig ist zudem der aussergewöhnliche Einfallsreichtum, mit dem er die Figuren musikalisch zu charakterisieren versteht. Kein Wunder also, dass die ungewöhnlich farbenreiche Partitur zu den ausdrucksstärksten Werken des jungen Händel gezählt wird. Deutlich wird dies in der Einspielung mit Harry Bicket, die u.a. mit einer exzellenten Solistenbesetzung (Sophie Bevan, Lucy Crowe und Iestyn Davies) punkten kann. Following their acclaimed recording of Handel’s Rodelinda (BBC Music Magazine Recording of the Month, Gramophone Editor’s Choice), The English Concert and Harry Bicket continue their Handel series with a superb soloist line-up including Sophie Bevan, Iestyn Davies, Ashley Riches, Hugo Hymas and Lucy Crowe. Starting with an unusual verbal altercation between an Angel and Lucifer, Handel’s La Resurrezione is an extraordinary retelling of the three days between Christ’s death and resurrection which is unlike any other Passion or Oratorio. This journey centres around women, Mary Magdalene and Mary Cleophas, in a way that seems very modern, and which mirrors the ambiguities of their feelings in music that is completely original in concept and orchestration. The journey from grief, through hope, to love is wonderfully depicted. The message seems to be that grief is the price we pay for love; and that should be part of the narrative of our lives, not the defining moment. REZENSION The English Concert und Harry Bicket setzen ihre Händel-Reihe mit La Resurrezione fort, einer aparten Nacherzählung der drei Tage zwischen dem Tod und der Auferstehung Christi. Mit den Solisten Sophie Bevan, Iestyn Davies, Ashley Riches, Hugo Hymas und Lucy Crowe gelingt Bicket eine exzellente Aufführung, welche die für Händel sehr innovative Orchestrationskunst wirkungsvoll hervorstreicht. --Pizzicato --Rezension Georg Friedrich Händel verbindet in ‚La Resurrezione‘ dramatische und andachtsvolle Momente voller tiefempfundener Emotion. Harry Bicket und The English Concert gehen ihren Weg einer lebendigen Händel-Pflege mit schönem Ertrag weiter. Das Oratorium ‚La Resurrezione‘ von Georg Friedrich Händel ist ein Werk des feurigen jungen Mannes, der sich zwischen 1706 und 1710 in Rom Lorbeeren erwarb. Jetzt liegt es in einer frischen Neudeutung durch The English Concert unter der Leitung von Harry Bicket beim Label Linn Records vor. Im Kardinalshaushalt der Ruspoli traf Händel auf einen kunstsinnigen Mäzen, der ihm reiche Möglichkeiten zur Entfaltung bot. Das Oratorium – mit vollem Titel ‚La Resurrezione di Nostro Signor Gesú Cristo‘ – auf ein Libretto von Carlo Sigismondo Capece, dem Sekretär der im römischen Exil weilenden polnischen Königin Maria Casimira, kam Ostersonntag 1708 zur Aufführung, mit erheblichem Aufwand bei der Vorbereitung, unter anderem mit 1.500 gedruckten Libretti – für zwei Aufführungen und offenbar drei Proben, die ebenfalls einem Publikum zugänglich gemacht wurden. Fünf Figuren treten auf: Der Engel und Luzifer, Maria Cleophas und der Evangelist Johannes, dazu Maria Magdalena. Die Rolle der letzteren sang zur Uraufführung die bei Ruspoli im Dienst stehende Sopranistin Margherita Durastanti – am Tag darauf, Ostermontag 1708 tat sie es nicht mehr, weil Papst Clemens XI. zwischenzeitlich interveniert und auf die Unzulässigkeit des Auftretens von Frauen in öffentlichen Musikaufführungen hingewiesen hatte. Dieser feine Solitär der italienischen Händel-Zeit ist, auch ohne formal eine Oper zu sein, musikdramatisch durch und durch. Schon die Eingangsszene zwischen dem die Todesüberwindung bejubelnden Engel und dem finster auf dem Sieg des Todes beharrenden Luzifer ist von höchster Intensität und Anspannung, dabei einerseits hochvirtuos und zum anderen von luxuriöser Expressivität in der Gestaltung der Linien. Die zwei Teile des Oratoriums umfassen insgesamt acht Szenen, die fünf Soli sind mit nahezu gleichwertigen ariosen Aufgaben betraut. Instrumentale Einleitungen skizzieren jeweils knapp die affektive Ausgangslage, ausser einem je beschliessenden Ensemble fehlt die Ebene des Chorischen völlig. Ebenso wenig gibt es einen dem Evangelisten vergleichbaren auktorialen Erzähler – Händel siedelt also mit diesem Jugendwerk durchaus entfernt von den Charakteristika späterer Oratorien. Nach den Aufführungen 1708 in Rom kam das Werk nicht wieder zu Gehör: Doch geriet so frische, in manchen Fällen genialische Musik bei Händel selbst auch nie in Vergessenheit. Und so finden sich Parodie-Echos in Händels Werk von ‚Agrippina‘ (1709) über ‚Scipione‘ (1726) und ‚Saul‘ (1739) bis zu ‚Alexander Balus‘ (1748) wieder. Die Sopranistin Lucy Crowe zündet als Engel mit ihrer Eingangsarie ein gewaltiges Feuerwerk – sie brilliert in Koloraturen, meistert waghalsige Sprünge und eine oft akute Randlage. Das mit Streichern, Flöte, Oboen, Blockflöten, Fagott, Trompeten, Posaune, Theorbe, Cembalo und Orgel besetzte English Concert erweist sich als erstaunlich farbenreiches und wandlungsfähiges Ensemble. Händel war alles andere als ein simpler Instrumentator – im Rahmen der verfügbaren Möglichkeiten gelang es ihm auch in dieser Partitur, mit wenige Besetzungsentscheidungen und Handgriffen für ein vielfältiges Gepräge zu sorgen. Der farbig registrierte Basso continuo macht vor allem die Rezitative zu echten Erlebnissen. Harry Bicket gestaltet die Tempi in schönen Kontrasten zu einem stimmigen Bild, lotet dynamisch die Möglichkeiten der Besetzung mit Geschmack und wachem Sinn für affektiven Klarheit aus. Vom Orchester und von den vokalen Kräften ist kleinteilige artikulatorische Arbeit par excellence zu erleben. Das Klangbild ist von angemessener räumlicher Expansion, dabei klar und mit kräftigen Strukturen versehen. --klassik.com