Marke: Marie-Eve Munger
Variante: Audio-CD
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN KURZBESCHREIBUNG Rückkehr ins Repertoire Die Opéra comique Le Pré aux Clercs war für Louis-Ferdinand Hérold (1791-1833) einer seiner grössten Erfolge aber auch sein letzter, denn nur wenige Wochen nach der Uraufführung 1832 in Paris verstarb der Komponist an Tuberkolose. Obwohl sich das Stück extrem lange in den Spielplänen hielt und zusammen mit Boieldieus La dame blanche und Bizets Carmen zu den meistgespielten Opéra comiques zählte (über 1600 Aufführungen allein in Paris!), ist Hérold heute weitgehend vergessen (Ballettfreunden dürfte jedoch La fille mal gardée ein Begriff sein). Ein Fall für das Label EDICIONES SINGULARES, dem wir bereits eine ganze Reihe von Wiederentdeckungen aus dem französischen Opernrepertoire des 18. und 19. Jahrhunderts zu verdanken haben. Das Werk besticht durch eine einfallsreiche Musik voll unwiderstehlichen Charmes, die sowohl Anklänge an Rossini enthält als auch schon Offenbach vorausahnen lässt. Unter der schwungvollen Stabführung von Paul McCreesh sowie einer ebenso exzellenten wie spielfreudgen Sängerbesetzung ist hier eine gelungene Wiederbelebung eines einstigen Repertoirestückes zu erleben. Das Orchestre Gulbenkian entfaltet in bester Spiellaune die reichhaltige und klangfreudige Partitur der Oper. Vielleicht wird durch diese Aufnahme ja die Rückkehr ins Repertoire eingeleitet? With Le Pré aux clercs, premiered at the Opéra- Comique in 1832, Louis-Ferdinand Hérold wrote at once his biggest success and his last opera (he died three weeks after the first performance). From the Overture to the Act III nale, the simplicity of the vocal lines, the impact of the dramatic effects and the effectiveness of the choral writing testify to the flowering of Romanticism and the composers assimilation of Rossini, then the paragon of modernity. Following the July Revolution of 1830, it was time to exorcise unfortunate memories: as was its habit, the Paris operatic world did not treat the topic of politics directly but through the fratricidal conflict that began on St Bartholomews Day (25 August 1572). The basis for the libretto was a novel by Prosper Mérimée published in 1829, Chronique du règne de Charles IX. The immense success of the opera, virtually contemporary with Meyerbeers Les Huguenots, shows that it was perfectly in tune with the preoccupations of the time and with the new ambitions of a supposedly light genre... REZENSION Am 23. August 1572 wurden in Paris tausende Protestanten ermordet - Die Bartholomäusnacht hat immer wieder als Vorlage für düstere Romane, Opern und Filme gedient. Jetzt ist eine französische Oper erschienen, die das Thema von einer heiteren Perspektive betrachtet, (Le Pré aux clercs) (Die Schreiberwiese) von Louis Ferdinand Herold. George Bernhard Shaw hat mal gesagt, ein Franzose kann sich fast alles erlauben, solange er es nur richtig ausspricht. Hier ist der erstaunliche Fall, dass der Librettist, nämlich Planard, der auch ein erfolgreicher Komödiendichter war, sich diesem düsteren Thema heiter nähert, ohne Anstoss zu erregen. Das bringen wirklich nur die Franzosen fertig! Denn die Handlung dieser hinreissenden kleinen Oper bezieht zwar Figuren der Bartholomäusnacht mit ein (Margot tritt auf), aber alles findet in einer Herberge vor Paris statt. Das Gasthaus heisst die Schreiberwiese, daher der Name der Oper, und gezeigt wird die grosse Katastrophe als Kammerspiel im Brennpunkt einer Hotel-Lobby. (Erinnert an ähnliche Situationen in Rossinis Viaggio a Reims und Boieldieus Jean de Paris vielleicht nicht zufällig?) Das geht gut auf, auch hier gibt s eine Hochzeitsfeier wie vor der Bartholomäusnacht, Doch es sind kleine Leute, die da heiraten, wie überhaupt die Musik Herolds erfrischend bürgerlich-witzig daherkommt, direkt aus dem Herzen des grossstädtischen Paris in der jungen Julimonarchie (1832). Origineller Blickwinkel auf düstere politische Zustände Ein genialer Tanz auf dem Vulkan! Denn diese Ereignisse im Gasthaus bleiben zwar recht harmlos, es kommt zwar zu einem spannenden Duell, bei dem der Schurke am Ende auch verletzt wird, aber die politische Stimmung der Bartholomäusnacht wird benutzt wie eine Drohkulisse, die ein wenig an Kanders legendäres Musical Cabaret erinnert, wo das dritte Reich auch nicht direkt ins Stück eindringt, aber der dunkle Zeitgeist vor den Türen überall zu spüren ist. Dass der Balanceakt zwischen bedrohlichem Hintergrund und heiterem Spiel gut gelingt, wurde auch vom Publikum erkannt und belohnt; diese Oper war fast vierzig Jahre lang nach der Premiere ein Kassenschlager in Paris. 1871 erfolgte die 1000. Vorstellung. Danach ging s abwärts, vermutlich, weil dann die Erfahrungen des deutsch-französische Kriegs diese fragile Gratwanderung in Frage stellten. Fast perfekte Umsetzung Die Opéra comique bemüht sich sein einiger Zeit, jedes Jahr wenigstens ein vergessenes Meisterwerk zu produzieren. Auf dieser Produktion von 2015 (der Sängerstamm) beruht auch die Aufnahme, obwohl man nach Zwischenstation in Wexford - für diese Studioeinspielung dann nach Lissabon zur Gulbenkian-Stiftung umzog. Von dort stammt auch das ambitionierte (aber nicht immer ganz urfranzösisch klingende) Orchester. Diese spezielle Art der opèra comique, die zwischen 1820 und 1850 in Paris gesungen wurde, ist heute höllisch schwer zu interpretieren, die Gesangstechniken müssen erst langsam wieder erlernt werden. Dieser Typ Oper ist gespickt mit hohen Koloraturen, verlangt aber auch schauspielerische Quirligkeit und delikate Diktion. Wenn Sie den grossen Soloszenen zuhören, werden Sie sicher merken, dass da selbst Profis wie Munger oder Spyres ... (rbb Kulturradio / 12.2016) Die schmissige Ouvertüre hat bereits alles, um beim Hörer Interesse für Le Pré aux Clercs zu entfachen. Der viel zu jung an Tuberkulose verstorbene Ferdinand Hérold (1791-1833) schuf mit Le Pré aux Clercs eine genuin französische Opéra Comique . Es ist Hérolds letzte Komposition und wurde bis 1940 nicht weniger als 1.600 Mal in der Salle Favart in Paris aufgeführt. Vor dem Hintergrund der auch zehn Jahre nach dem Massaker der Ste Bartélémy andauernden Spannungen zwischen Protestanten und Katholiken entwickelt sich eine Liebesgeschichte, in der Marguerite de Valois, die famose Reine Margot, mitmischt. Eine junge Gräfin rebelliert gegen den Gatten, den ihr der französischen König zugedacht hat und legt sich darauf an, mit ihrem Liebhaber nach Navarra zu flüchten... Hérold hat für diese Oper eine wunderbar frische, spritzige und melodisch abwechslungsreiche Musik geschrieben. Prächtige Ensembles, einschmeichelnde Arien und eine Fülle attraktiver dramatischer Effekte erklären den einstigen Erfolg der Oper und werfen die Frage auf, warum die Oper zwischen 1949 und 2015 so gut wie nicht mehr aufgeführt wurde. Die Besetzung der vorliegenden Einspielung ist sehr gut. Marie Lenormand ist eine superbe Marguerite de Valois, eine charaktervolle Königin und eine gewiefte Intrigantin. Nicht weniger gut bewährt sich Marie-Eve Munger mit ihrem silbrigen Koloratursopran als Isabelle de Montal. Für die anspruchsvolle Tenorrolle des Baron de Mergy ist der Amerikaner Michael Spyres eine perfekte Besetzung, auch wenn er in den gesprochenen Dialogen etwas abfällt. Mit seiner strahlenden und gestalterisch sicheren Stimme singt der Tenor Éric Huchet einen sehr attraktiven Cantarelli. Alle anderen Rollen sind gut bis hervorragend besetzt, und Paul McCreesh führt seine baskischen Truppen energetisch durch die Partitur. Und so liegt hiermit nach den eher unbefriedigenden Aufnahmen der Fünfziger- und Sechzigerjahre endlich eine vollwertige Einspielung dieser charmanten Hérold-Oper vorl. Kein Freund der französischen Oper sollte sie verpassen. (pizzicato / 05.12.2016) Paul McCreesh trifft den ständig implodierenden Ton dieser nur scheinbar statischen Musik punktgenau und hat ein phantastisches, von drei aussergewöhnlichen Sängerinnen angeführtes Ensemble zur Verfügung. Eine Pracht! (Die deutsche Bühne, Januar 2017)
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