Haydn - Armida / Bartoli · Petibon · Prégardien · M. Schäfer · Weir · Widmer · Concentus Musicus Wie

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Marke: Cecilia Bartoli

Variante: Audio-CD

Eigenschaften:

PRODUKTBESCHREIBUNGEN PRODUKTBESCHREIBUNGEN TEL 857381108; TELEFUNKEN - GERMANIA; AMAZON.DE Joseph Haydn als Opernkomponist -- alles andere als ein Dauerbrenner des Musikmarktes. Nicht dramatisches Bühnengeschehen, sondern vielmehr Oratorien mit behaglichen Naturschilderungen oder Sinfonien im Dutzend mit putzigen Effekten erwartet man vom "Erfinder des Streichquartetts", der schon zu Lebzeiten "Papa Haydn" genannt wurde. Aber weit gefehlt: Opernkompositionen spielten eine wichtige Rolle innerhalb seiner Kapellmeister-Pflichten am Hof des Fürsten von Esterházy; nicht weniger als fünfzehn Bühnenwerke schuf er zwischen 1751 und 1791, wobei es sich freilich grösstenteils um Buffo- oder Semiseria-Opern handelt. Erst in der letzten Phase seines Schaffens wandte er sich auch Seria-Stoffen zu, darunter dem populären Armida-Sujet, aus dem er 1783 seine vorletzte Oper machte. Der Text, auch im Barock schon beliebt und in unterschiedlichen Versionen vielfach vertont, geht zurück auf Torquato Tassos "La Gierusalemme liberata" und spielt in Syrien um 1100. Hauptpersonen sind Armida, eine syrische Zauberin, und der in ihrem Bann befindliche Kreuzritter Rinaldo. Das Drama nimmt seinen Lauf, als nachrückende Kreuzfahrer versuchen, den abtrünnigen Rinaldo Armidas Einfluss zu entreissen. Die inneren Konflikte der Protagonisten kommen in grossen Soloszenen zum Ausdruck, die zu den besten Momenten der Partitur gehören. Die vorliegende CD-Einspielung des "Dramma eroico" wurde Anfang Juni 2000 bei konzertanten Aufführungen im Wiener Musikvereinssaal live mitgeschnitten. Nikolaus Harnoncourt konnte für das vielbeachtete und von der Presse hochgelobte Projekt neben seinem bewährten, auf historischen Instrumenten musizierenden "Concentus Musicus Wien" ein hervorragendes Solistenensemble sein Eigen nennen: Cecilia Bartoli als Armida hat Gelegenheit, alle Register ihres Darstellungsvermögens zu ziehen. Bravourös wechselt sie auf kleinstem Raum zwischen tiefster Verzweiflung und loderndem Zorn, zwischen gehauchtem Pianissimo und durchdringendem Forte. Ihre teilweise ausgesprochen heiklen Koloraturen laufen vollkommen reibungslos. Allerdings muss sich der Hörer an ein ausgeprägtes Vibrato gewöhnen. Christoph Prégardiens warmer, lyrischer Tenorgesang passt ideal zur Rolle des zwischen Ehre und Liebe hin und her gerissenen Kreuzritters. Hervorzuheben ist ferner Scott Weirs gelungene Verkörperung des Ubaldo, der Rinaldo den Spiegel vorhält und ihn zur Umkehr bewegt. Am Ende des zweiten Aktes vereinen sich diese drei Hauptfiguren zu einem Terzett, das zu den wenigen Stücken aus Armida gehört, die über den Hof von Esterházy hinaus Beachtung gefunden haben. Erst in den 60er Jahren unseres Jahrhunderts erschien Armida erstmals im Druck, und die vorliegende Produktion trägt hoffentlich zur Verbreitung dieser zu Unrecht vergessenen Oper bei. --Michael Wersin


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