Marke: Guilia Semenzato (Sopran)
Variante: Audio-CD
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN KURZBESCHREIBUNG Händels berühmter Komposition des Messiah nahm Stefan Zweig einst in seine Sammlung historischer Miniaturen Sternstunden der Menschheit auf. Tatsächlich gibt es nur wenige Werke der Musikgeschichte, die seit ihrer Uraufführung auf eine fortwährende Aufführungstradition zurückblicken können. Bearbeitungen von Mozart über Massenbesetzungen mit Becken und Tam-Tam bis hin zum Soul-Oratorium zeugen von einer ungebrochenen Faszination und dauerhaften Aktualität und doch gilt: Nichts reicht an die Freude an einer überaus gelungenen Einspielung der Originalfassung heran wie sie uns Vaclav Luks mit seinem herausragenden Collegium 1704 hier präsentiert. REZENSION Preis der deutschen Schallplattenkritik, Diese Messiah-Aufnahme, die den Hörer sprachlos macht, kommt aus Prag und ist dem Chor und Orchester des Ensemble 1704 unter Leitung von Vacláv Luks zu danken. Es hat bereits eine hinreissende Neuaufnahme von Johann Sebastian Bachs h-moll-Messe vorgelegt, und schon damals begriff man das Prager Prinzip: Es ist, um es salopp zu sagen, dem Schinken näher als dem Knäckebrot. Die Prager machen Musik, handfest, lebensnah und trotzdem virtuos. Und immer in historischer Manier. Es gibt mehrere Dutzend Aufnahmen dieses Werkes, diese ist eine neue Referenzaufnahme. --Preis der deutschen Schallplattenkritik, Bestenliste 3-2019 1741 entstand in nur 24 Tagen eines der grössten geistlichen Werke der Musikgeschichte: Georg Friedrich Händels Oratorium The Messiah . Seit seiner Uraufführung ist das Meisterstück auf den Passionsspielplänen der Kirchen und Konzertsäle dieser Welt omnipräsent. Die Zahl brillanter Aufnahmen des Messias verliert sich im Unüberschaubaren. Aktuell gesellt sich eine weitere hinzu und reflexartig stellt man sich die Frage: Musste das sein? Ja, es musste! Denn was das tschechische Barockorchester Collegium 1704 nebst angeschlossenem Chor und hinzuengagiertem Solistenquartett im Prager Rudolfinum ablieferte, ist grandios. Im Spagat zwischen monumentaler Klangprachtentfaltung und kammermusikalischer Intimität, zwischen Zügellosigkeit und feinsinniger Detailzeichnung führt Dirigent Václav Luks seine mit 28 Instrumentalisten und 20 Choristen besetzten Ensembles sowie die exquisite Solistenschar stilsicher durch alle Vertracktheiten. Kontrastreiche Tempi, dynamischer Wagemut und Transparenz sind Mittel seiner Wahl. Das Resultat macht staunen auch der Komponist hätte es wohl geliebt. --Recklinghauser Zeitung Händel sagt, dass er im kommenden Winter nichts unternehmen will, aber ich hoffe, dass ich ihn dazu überreden kann, eine neue Zusammenstellung von Bibelworten zu komponieren, die ich für ihn gemacht habe.» Diese Zeilen schrieb Charles Jennes einem Freund am 10. Juli 1741. Der Autor des «Messias» formte eine epische Betrachtung über das Leben Jesu, von der Ankündigung bis zur Auferstehung und Erlösung. Nur neun Wochen vergingen, bis sich seine Hoffnung erfüllte. Der in London lebende, in die Jahre gekommene Händel (1685 1759) steckte in einer Depression, angefeindet und gepeinigt von Fehlschlägen. Im Februar 1741 war seine Laufbahn als Opernkomponist nach anhaltendem Misserfolg endgültig passé. Jennes Postsendung muss Händel wie eine Rettung vorgekommen sein. Ein «Comfort ye my people» («Tröstet, tröstet mein Volk») las er schon auf der ersten Manuskriptseite. Bei der Lektüre dieser mosaikartig zusammengestellten Verse aus der Heiligen Schrift teils aus den Propheten, dem Psalter und dem Neuen Testament stiess Händel auf weitere Passagen, die neue Kräfte mobilisiert haben müssen. Händel komponierte seinen «Messias» wie im Rausch, die Uraufführung im April 1742 im irischen Dublin wurde zum Triumph. Seinem Lebenswerk fügte er fortan fast ausschliesslich Oratorien hinzu, insgesamt 22 hinterliess der gebürtige Hallenser. Die besondere Popularität des «Messias» nicht nur unter HörerInnen hängt zweifellos mit dem Reichtum an markigen Chorsätzen zusammen, die über die Arien dominieren. Václav Luks lässt Händels Erlösung fühlbar werden. Sein auf alten Instrumenten musizierendes Collegium 1704 und der Kammerchor Collegium Vocale 1704 spielen in der Alte-Musik-Szene seit Jahren ganz vorne mit. Konzerte werden unter dem so rührigen wie kundigen Dirigenten zur Offenbarung. Viele CDs, vor allem mit Werken des «böhmischen Bach» Jan Dismas Zelenka, sind preisgekrönt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich der an der Schola Cantorum Basiliensis geschulte Luks diesen Händel vornimmt. Die Liveaufnahme lässt keinen Zweifel daran, mit dem Konzert im März 2018 im Prager Rudolfinum einen bewegenden Abend verpasst zu haben. Die SolistInnenriege ist trefflich besetzt, besonders Altus Benno Schachtner besticht in seiner Klarheit und Präsenz. Über luftigem und erfrischendem Instrumentalspiel («The trumpet shall sound») beeindruckt aber vor allem das Collegium Vocale 1704. In den Chören wird das dramatische Potenzial frei, das Händel in Jennes Versen fand und in Musik setzte. Bei den PragerInnen unter Luks findet sich alles chorisch Wünschenswerte versammelt: Leichtfüssigkeit («And He shall purify»), Kontrastschärfe («Glory to God in the highest»), Gefühlstiefe («Behold the Lamb of God»), Intonationssicherheit auch a cappella («Since by man came death»). Ein überaus empfehlenswerter «Messias»! --Chorzeit Juli-August 2019
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