Marke: Brian Eno
Variante: Audio-CD
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN PRODUKTBESCHREIBUNGEN 40.13 AMAZON.DE "Peters Musik fühlt sich an wie das richtige Leben, voller Aufregung, Geschwindigkeit, aber auch Melancholie..." -- so lautet sinngemäss die Ein- und Wertschätzung, die Brian Eno seinem 22 Jahre jüngeren Kollegen J. Peter Schwalm zuteil werden liess. Dessen Album Makrodelia hatte Eno so nachhaltig beeindruckt, dass er Schwalm eine Zusammenarbeit anbot, die knapp drei Jahre nach dem ersten Treffen der beiden in Form eines selten schönen Albums reife Früchte trägt. Die Arbeitsteilung fiel weniger klar aus als erwartet: Schwalm, der ausgebildete Schlagzeuger, hat keineswegs nur Beats programmiert, und Ambient-Eno gab sich nicht etwa mit dem Erzeugen warmer, flächiger Sounds zufrieden. Im Gegenteil: In vielen stundenlangen Jam-Sessions steuerten beide Partner gleichermassen Töne, Rhythmen und Stimmen bei. Das Tempo ist durchweg getragen, trotzdem ist Drawn From Life kein Ambient-Album. Eno selbst hat mal den Begriff "Space Jazz" geprägt, als vage Idee dessen, was er musikalisch anstrebt. Schwalm, bekennender Fan von Miles Davis und Joe Zawinul, würde sich selbst nicht als Jazzmusiker bezeichnen, obwohl seine Musik oft improvisiert und immer sehr "spacig" im Sinne von raumgreifend wirkt. Instrumentals wie "From This Moment" und "Night Traffic" eröffnen Horizonte mit quasi orchestralen Schlagzeug-Arrangements, echten und synthetischen Streichern sowie sparsamen Keyboard-Akzenten. So entstehen feine Klanggebilde, die in riesigen Hallen (im doppelten Wortsinn) umherschweben, ohne dass auch nur für Sekunden der Eindruck von Beliebigkeit entsteht. Geradezu anrührend sind allerdings die Stimmen, meist elektronisch verfremdet wie auf "Rising Dust" und "Two Voices", oder kompakt und leicht verstörend wie die von Laurie Anderson, deren kurze Sentenzen auf "Like Pictures #2" ein geradezu philosophisches Gewicht bekommen. Nach mehrmaligem Hören fügt sich alles auf wundersame Weise zusammen, und es zeigt sich, dass hier zwei ungleiche Brüder im Geiste ein echtes Meisterwerk geschaffen haben, das -- wie Enos Ambient-Alben -- Jahre und Jahrzehnte überdauern wird. --Christian Arndt REZENSION Mit J. Peter Schwalm gab Brian Eno in der vergangenen Dekade sein einziges Live-Konzert. Es fand im Rahmen der Vernissage zu seiner Installation Future Light Lounge Proposal statt, die im Sommer 1998 in Bonn gezeigt wurde. Holger Czukay soll sich spontan hinzugesellt und auch sein Diktaphon zum Einsatz gebracht haben. Eine Konstellation, die einmalig blieb - aber seither arbeiten Eno und der 22 Jahre jüngere DJ und Theatermusikkomponist J. Peter Schwalm kontinuierlich zusammen. Sei es auf den Alben von Schwalms (Nu)Jazzband Slop Shop (wo er u.a. Schlagzeug spielt) oder dem Soundtrack Music For Onymo-ji, der letztes Jahr in Japan erschien. Eno, der auf Kollaborationen mit Künstlern solch unterschiedlicher Couleur wie Robert Fripp, Harold Budd und den deutschen Elektro-Pionieren Cluster zurückblicken kann, schildert seine Faszination für Schwalms Musik wie folgt: Sometimes you hear something and think: Now this is, how the modern world feels to me. Peter's music is like that, capturing excitement and speed and ambiguity and even wistfulness and melancholy ... a complex emotional palette which feels to me like real life. Und das aus dem Munde desjenigen, der u. a. mit seiner Music For Airports (1978) den Begriff Ambient definiert hat. Wenn so die moderne Welt klingt, lässt es sich in ihr recht wohl fühlen. Da plappern noch Kinder am Frühstückstisch, verbinden sich fernöstliche Melodien mit sanften Paukenschlägen, und der Nachtverkehr rauscht LKW-frei an einem vorbei. Drawn From Life - ein schönes Album, universell geniessbar, das in seinem Genre als klassisch bezeichnet werden darf. Markus Von Schwerin / Intro - Musik & so mehr unter www.intro.de -- INTRO