Cleaning Out the Ashtrays-Collected B-Sides & Rari, Audio-CD

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Marke: Lloyd Cole

Variante: Audio-CD

Eigenschaften:

PRODUKTBESCHREIBUNGEN KURZBESCHREIBUNG 59 Songs aus der Goldgrube des britischen Songwriters. Manchmal fördert ein Grossreinemachen doch die schönsten Stücke zu Tage. So auch im Haushalt eines Lloyd Cole in Easthampton, USA. "Cleaning Out The Ashtrays" nannte der britischen Songwriter das Ergebnis seines Wühlens und Sortierens in staubigen Kisten voller Kassetten, DATs, Tonbändern und CDs. Es ist eine Art Bestandsaufnahme und gleichzeitig der Versuch, der ganzen vergessenen Musik eine Bedeutung zu geben, sich zu erinnern an all die verlorenen Songs, die fast vergessenen Sessions und an die vielen Freunde, Musikerkollegen und begabten Koproduzenten. "Cleaning Out The Ashtrays" ist Lloyd Coles musikalische Goldgrube als Solokünstler: vier CDs voller Alternativversionen rarer B-Seiten Coverversionen (unter anderem mit Songs von Lou Reed, Marc Bolan und Leonard Cohen) und ein paar Stücken, die die Plattenfirmen - und manchmal Lloyd selbst - damals einfach nicht unterbringen konnten. Die insgesamt 59 Songs runden das gegenwärtige Werk eines der beständigsten und besten Songwriter unserer Tage grosszügig ab. AMAZON.DE Lloyd Cole hat aufgeräumt, das Archiv gesichtet und dabei so manche Lücke im Gedächtnis entdeckt. Was ihm das Schreiben des langen Textes für das Booklet dieser 4-CD-Box nicht gerade leichter machte, aber der 1961 in Buxton / Derbyshire geborene Songwriter präsentiert noch so manche Details. Angenehme wie schmerzhafte sind darunter. Unter dem schönen Arbeitstitel Cleaning Out The Ashtrays versammelt der Engländer mit Wohnsitz Massachusetts unveröffentlichte Songs, Out-Takes, Single-B-Seiten und Coverversion von T. Rex, Lou Reed oder Leonard Cohen. Der passionierte Golfspieler war nämlich noch nie ein Freund der künstlichen Verknappung von Musik und der Folge, dass sie zur kostspieligen Rarität wird. „Ich möchte, dass meine Songs im Umlauf bleiben“, sagt Cole, der in den Achtzigern mit seiner 1987 aufgelösten Band The Commotions zahlreiche Hits landen konnte. Danach aber geriet die Karriere des Sängers gefühlvoller, vom Zeitgeist losgelöster Alternative-Pop-Rock-Songs ins Stocken. Auch, weil der ehemalige Philosophiestudent lange an einen Künstlervertrag bei einer grossen Plattenfirma gefesselt war, wo kommerzielle Aspekte Vorrang vor künstlerischen hatten. Dort liegen weiterhin die Rechte an seinen Songs, dort bestand überhaupt kein Interesse, sie zu veröffentlichen. Es trifft einen Musiker schon hart, wenn seine Kompositionen verschwinden, Suff, Drogen, Feuer oder Umzüge haben der Pop-Musik so schon manchen Verlust bereitet. Noch härter muss es sein, wenn das Material vorliegt, aber unter rechtlichem Verschluss gehalten wird. Man muss sich das so vorstellen, dass ein Musiker die Masterbänder in eigenem Besitz hat, sie aber ohne Zustimmung nicht nutzen darf. Dank der Hartnäckigkeit des Hamburger Labels Tapete konnte ein Wegschliessen der chronologisch angeordneten 59 Lieder verhindert werden, die von 2005 bis auf das Jahr 1989 zurück gehen, also nur die Solo-Karriere beleuchten. Cole hob die Bänder in einem Karton – der im Beiheft abgedruckt ist – auf, nur ein paar Originale blieben unauffindbar und mussten von nachgekauften Tonträgern kopiert werden. Was bewusst fehlt, sind Live-Aufnahmen oder Demo-Versionen, Cole konzentrierte sich ausschliesslich auf komplett arrangierte und produzierte Studio-Songs. Die vier CDs der Box Cleaning Out The Ashtrays tragen die thematischen Untertitel „One Red Wine Glass“, „Re-Make / Re-Model“, „Dangerous Music“ und „Difficult Pieces”. Trotz des grossen Zeitfensters herrscht eine immense stilistische Homogenität, auch wenn Cole mit elektronischen Elementen arbeitet oder härter in die Saiten greift, so bleibt er doch meistens ein Charmeur und Herzensbrecher mit 3-Tage-Bart und warmer Stimme. - Sven Niechziol REZENSION Er könne es nicht leiden, wenn Teile seines Werks "out of print" seien, schreibt Lloyd Cole - ehrlich und kompomisslos - in einem Vorwort zu dieser Liebesarbeit. Und Downloads gelten für ihn nicht als "in print". Nun sind viele der hier versammelten fast 60 Songs obskure B-Seiten zu nicht sehr erfolgreichen Singles, andere sind Mixes von bekannten Stücken, während Demos und Live-Versionen nicht berücksichtigt wurden. Es sind mithin vier lange Cole-Alben entlang seiner Solo-Platten seit 1990. Und wenn er auch angibt, sich an viele Ereignisse jener Zeit nicht mehr erinnern zu können - sorgfältiger und detailreicher hat kaum je ein Musiker solche "missing links" zusammengetragen und auf zahlreichen Booklet-Seiten vergnüglich-sarkastisch die bizarre Geschichte seiner Karriere erzählt. Cole hat nichts vergessen. Zwar ist seine Werkgeschichte eine der traurigsten und sogar in einem bizarren Geschäft voll seltener und staunenswerter Wendungen - aber Lloyd Cole wird nicht larmoyant angesichts von Absurdität ud Ungerechtigkeit. Seit seinem Umzug nach New York und dem letztlich vergeblichen Versuch, ein Rockmusiker zu werden (später in "Tried To Rock" selbstironisch und herzzerreissend beschrieben) kam der frühe Erfolg nicht zurück, und nur ein Album, "Don't Get Weird On Me Babe" von 1991, war vollkommen realisiert worden. Meistens war Cole auf der Suche nach Studios, Produzenten - und vor allem der ersten Single, wenn die zweite bereits gefeststand, und zweiten Singles, wenn die erste Single schon gefunden war. Sein Betreuer bei der Plattenfirma kritisierte an "Love Story" (1995) etwa, dass zu viele "babes" und "babies" in den Texten vorkamen. 1998 wurde Coles Vertrag mit Universal gelöst. Ein französisches Label erlaubte 2001 die Publikation einer Box mit vier CDs, darunter auch die vorzügliche Reste-Sammlung "Etc.". Seitdem ist Cole so etwas wie der König der Nachträge geworden - ein Gigant des Übriggebliebenen, des wunderbar Beiläufigen. Insofern ist "Cleaning Out The Ashtrays" mit so denkwürdigen Gelegenheitsarbeiten wie "Chelsea Hotel No. 2" (für einen Cohen-Tribute-Sampler) und der langen Fassung von "Pay For It", mit Dylans "Most Of The Time", Lou Reeds "Vicious" und einigen Mixes von Stephen Street - mit dem er nur einmal zusammenarbeitete - das grosse verlorene Werk des Lloyd Cole. Kein Roman, sondern eine Sammlung von Kurzgeschichten wie die des von ihm bewunderten Raymond Carver. 4 Sterne (Text: Arne Willander) -- Rolling Stone, Februar 2009


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