Marke: Amon Duul II
Variante: Vinyl
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN Weit eher als die erste die erste Inkarnation Amon Düül entwickelte sich Amon Düül II zu einer veritablen Rockband. Zu Beginn gehörten der Gitarrist Chris Karrer (* 1947), die Brüder Peter Leopold (* 1945, 2006; Schlagzeug) und Ulrich Leopold (Bass), der Keyboardspieler Falk Rogner (* 1943), der Gitarrist John Weinzierl (* 1949) und die Sängerin Renate Knaup »Krötenschwanz« (* 1948) zu der Band. Anfang der 1970er-Jahre repräsentierte Amon Düül II quasi die deutsche Fassung des Psychedelic Rock und konnte Album um Album veröffentlichen: 1969 »Phallus Dei«, 1970 »Yeti«, 1970 »Tanz der Lemminge«, 1972 »Carnival in Babylon«, 1973 »Wolf City«, 1974 »Vive la Trance«, 1975 »Made in Germany«, dazwischen noch Live-Aufnahmen und Zusammenstellungen. Die Band hatte sich mit Knaup, Karrer, Weinzierl, Leopold, Rogner und dem Bassisten Lothar Meid (* 1942, 2015) zwar weitgehend stabilisiert, doch gab es immer wieder Umbesetzungen und einzelne Musiker wie Lothar Meid und Renate Knaup arbeiteten auch mit anderen deutschen Musikern zusammen, Meid und Karrer etwa mit Embryo, Knaup mit Florian Fricke. Produziert wurde ein Teil der Alben von dem Saxofonisten Olaf Kübler, einer zentralen Figur der deutschen Rockmusik dieser Tage. Von Amon Düül II nahm man auch in Grossbritannien zunehmend Notiz, wenn auch ab Mitte der 1970er-Jahre das Interesse an Amon Düül II rapide nachliess. Meid wurde zu einer Art Grauen Eminenz der Rockmusik dieser Zeit, arbeitete für eine Plattenfirma, produzierte LPs von Marius Müller-Westernhagen und schrieb auch die Musik zu dessen zweitem »Theo«-Film. Er verhalf durch seine Mitarbeit bei der LP »Mit Pefferminz bin ich dein Prinz« Westernhagen 1978 zum Durchbruch beim deutschen Rock-Publikum. Bis weit in die 1960er war deutsche Rockmusik vollständig auf Vorbilder aus Grossbritannien und den USA fixiert. Erst im Vorfeld der 68er-Bewegung entwickelte sich so etwas wie eine eigenständige deutsche Rockmusik, die die Musik der Vorbilder nicht einfach nur nachahmte, sondern verarbeitete und die Resultate in einer eigenen Musik präsentierte. Am Anfang spielten dabei diverse soziale, philosophische und politische Vorstellungen eine erhebliche Rolle, auch eine gewisse Naivität. Bald allerdings galt Amon Düül II als führende Band eines spezifisch deutschen Psychedelic Rock. Dass es eine autonome deutsche Rockmusik gibt, die seit den 1980er- und 1990er-Jahren auch international geltende Massstäbe erfüllen kann, ist zu einem nicht unwesentlichen Teil Amon Düül II zu verdanken.