Beschreibung
Marke: Michael Spyres
Variante: DVD
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN PRODUKTBESCHREIBUNG Der Kampf um die Schaffung einer Statue und der vom Titelheld begangene Mord sind nur einige der Elemente, die Berlioz zu seiner ersten Oper inspirierten. Der monumentale Charakter des Bühnenwerks mit extremen Anforderungen an die Sänger machen Benvenuto Cellini zu einem gefürchteten wie bewunderten Monster . Das legendäre Opus wurde 2019 von Sir John Eliot Gardiner und seinem Ensemble in einer besonderen Fassung aufgeführt: im historischen Bühnenbild aus dem Jahre 1837. Mit Michael Spyres singt einer der fulminantesten Sänger unserer Zeit die Titelpartie, unterstützt von einem atemberaubenden Ensemble. REZENSION Ein Höhepunkt des eben abgelaufenen Berlioz-Jahres: die Benvenuto Cellini -Aufnahme John Eliot Gardiners, diesmal ein DVD-Konzertmitschnitt im Kostüm aus der Opéra Royal de Versailles. Mit einem beschwingten Sir John am Pult des bereits in der prallbunten Ouvertüre farbensatt säuselnden wie trötenden Orchestre Révolutionnaire et Romantique und einem agil witzigen Monteverdi Choir. Alle haben Lust, alle sind bestens besetzt, und so ist es ein Vergnügen, Berlioz buntester, frivolster, facettenreichster Künstler-Oper direkt aus dem römischen Renaissanceleben zuzuhören. Mag auch vieles an der Vita des hier vor allem liebestollen Goldschmieds erfunden sein, es fühlt sich musikalisch stimmig an. Romantik, Rausch und Revolte als gleisnerisch strahlendes und hektisch dahinjagendes Stück über Genie, Kult und Wahn; ein wenig antiklerikal voller Feste, tönend bewegter Massen, Maskenzüge, mit einem Mord und als Apotheose des Künstlers im Guss der Statue gipfelnd. Michael Spyres singt den Benvenuto höhentrittsicher charmant, mit gut gelagertem baritonalen Tenor und nie nachlassender Kraft. Eine absolute Spitzenleistung. Sophia Burgos hat für seine geliebte Teresa zarte Spitzentöne und Temperament. Maurizio Muraro gibt als ihr Vater Giacomo Balducci dem Ensemble komisches Bassfundament, Adèle Charvet ist Benvenutos kantilenensüchtiger Lehrling Ascanio. Lionel Lhote ist hoch amüsant als immer zu kurz kommender Intrigant und Nebenbuhler Fieramosca. Bassschlank salbadert und segnet Tareq Nazmi Papst Clemens VII. Ein absolutes Opern-Muss! --Rondo Nach den Wirren der französischen Revolution und dem Sturz Napoleons brach in Frankreich die Epoche der Restauration an. Ludwig XVIII. regierte ab 1814 wieder als König und versuchte, die Brücke zur Vergangenheit auch dadurch zu schlagen, dass er die (vermeintlichen) sterblichen Überreste von Ludwig XVI. und Marie-Antoinette nach Saint-Denis überführen und dort mit allem Pomp beisetzen liess. Die gekrönten Häupter, die der Revolution zum Opfer gefallen waren, sollten demonstrativ zu märtyrerhaften Ehren erhoben werden. Die Musik hierzu steuerte Jean-Paul-Égide Martini (1741-1816) bei, ein Deutscher, der schon vor der Revolution dem Königshaus und Hochadel nahestand und sich nach einigen Erfolgen und Intrigen im Operngeschäft in seinen späten Jahren vermehrt der Geistlichen Musik zuwandte. Sein Requiem ist ein typisches, aber durchaus bemerkenswertes Stück jener Epoche: Im Geiste vielfach der opernhaften Musiksprache Glucks verhaftet, erinnert es in vielen Punkten an Cherubinis Schwesterwerk, das 1817 zu ähnlichem Zwecke Premiere feierte. Der Duktus ist von Pathos und dramatische Effekten durchzogen, das grossbesetzte Orchester und die wuchtigen Chorpassagen erzeugen den unverzichtbaren Pomp. Nicht immer sind die Versatzstücke dabei raffiniert montiert und so mancher Effekt nutzt sich durch Wiederholung ab. Hin und wieder verrutscht das Ganze sogar ins opernhaft Grelle (Sopransoli) oder gar kindisch Banale (Oro supplex) bzw. droht unter dem Bombast der Überfrachtung fast zusammenzubrechen (Schlussfuge Amen). Dass man diesen Bombast dennoch irgendwie ungläubig staunend goutiert, liegt daran, dass Dirigent Hervé Niquet dies alles nicht weichzeichnet, sondern die Effekte schamlos mit Freude und Präzision noch herausstellt, dabei geschickt den Hall des Aufnahmeortes (Chapelle Royales des Versailles) ausnutzend. Chor und Orchester agieren druckvoll und mit angemessener Emphase. Man mag konstatieren, dass die Restauration nicht nur politisch, sondern auch musikalisch in eine Sackgasse führen musste. Aus der Rückschau ist diese eigenartig unechte wirkende Kulissenwelt gleichwohl ein kennenswertes Zeitzeugnis. Dem Werk als Dreingabe Berlioz´ Vertonung der Marseillaise, also der Revolutionshymne nachzustellen, zeugt zudem von einer guten Portion Humor. --Musikansich
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