Marke: E.L.O.
Variante: Audio-CD
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN PRODUKTBESCHREIBUNGEN Achtung HIER: Electric Light Orchestra ELO Zoom: Sony ; 2001; CD AMAZON.DE Bei Zoom handelt es sich zwar um das erste richtige Album von ELO seit 15 Jahren, es wäre aber ungerecht, Jeff Lynne den Vorwurf zu machen, dass er sich auf seinen Lorbeeren ausruht. Schliesslich ist die Schlüsselfigur von ELO in dieser Zeit mehr als je zuvor beschäftigt gewesen. Er ist zu einem heiss begehrten Produzenten für Leute, wie Tom Petty (Full Moon Fever und Into The Great Wide Open), George Harrison (Cloud Nine), Paul McCartney (Flaming Pie) und selbst für die Beatles geworden (er produzierte die Single des Wiedertreffens "Free As A Bird" aus ihrer ersten Sammlung). Bei Zoom demonstriert Lynne wieder einmal sein einmaliges Talent, einfache Melodien und Texte mit grandioser, sinfonischer Musik zu kombinieren, eine Zauberformel, die aus ELO eine der grössten Bands der 70er-Jahre gemacht hat. Bei Zoom fehlt ein übergreifendes Thema als roter Faden, was für einige der besten Werke dieser Gruppe typisch war (insbesondere Out of the Blue, A New World Record, Eldorado und Time), und ELO wurde ungerechterweise mit den Prog-Rock-Leuten in einen Topf geworfen. Stattdessen präsentiert Lynne seine Stärken als Komponist von Pop-Songs -- er ist ja immerhin der Mann, der solche Renner der Rockmusik der 70er-Jahre, wie "Living Thing", "Evil Woman" und "Don't Bring Me Down" geschrieben hat. Auf Zoom sind seine Songs ein wenig stärker introvertiert und persönlicher, und darüber hinaus wurde der Name "Orchestra" ein wenig heruntergestuft auf ein Streicherquartett. Aber mit Songs, wie "Ordinary Dream", das an die Beatles erinnert, dem rockigen "Easy Money" (mit Ringo Starr am Schlagzeug), dem sanften "A Long Time Gone" (mit George Harrison als Gitarrist) und der ersten Single "Alright" wirkt diese Veränderung glaubwürdig. Hoffentlich müssen wir auf das nächste ELO-Album nicht so lange warten wie dieses Mal. --Robert Burrow REZENSION Wer in den frühen Achtzigern zu den Coolen gehören wollte, musste ELO hassen oder zumindest vorgeben, dies zu tun. In den Umbruchsjahren von Punk und Wave galt ihr überarrangierter Titanen-Raumschiff-Poprock als eines der grössten Musikverbrechen, allenfalls übertroffen von Barclay James Harvest. Die Zeit solcher Dogmen ist allerdings vorbei. In vielen Fällen ist das schade, im Fall von ELO wird es so jedoch möglich, diese Band endlich auch einmal ohne Vorurteile neu entdecken zu können. Dafür sorgte in den frühen Neunzigern auch eine kleine, feine Punkband namens Die Böse Hand. Sie hatte eine Single mit ELO-Coverversionen aufgenommen und damit den Nachgeborenen klargemacht, dass man ELO durchaus wieder cool finden darf. Auch im Jahr 2001 darf man ELO cool finden, denn ihr Comeback mit erstem neuen Studiomaterial nach 15 Jahren ist so unglaublich retro, so brachial beharrlich, dass es schon wieder Freude macht. Hätte sich denn jemand ernsthaft ein Electric Light Orchestra gewünscht, das plötzlich mit Drum&Bass experimentiert? Dann lieber bombastischer Orchesterkrieg und badeschaumweiche Gitarren zu Melodien, die noch immer nach einer verchromten Variante der Beatles klingen, also voll und ganz ELO im Spätsiebziger-Sound, voll und ganz Musik, als hätte es Helmut Kohl, die Wiedervereinigung, den Golfkrieg, Techno, Handies und Kabelfernsehen nie gegeben. Eine Rückkehr zu Latzhosen und Moonboots, ein Bekenntnis zu Poprock-Gigantismus. Und plötzlich das komische Gefühl, dass ELO nie wirklich der Feind gewesen sind, dafür so manches, was seit ihrem letzten Verschwinden passiert ist. Mögen sie also hoffentlich erst einmal wieder lange Zeit bei uns bleiben. Martin Büsser / Intro - Musik & so mehr unter www.intro.de -- INTRO
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