Marke: Muse
Variante: Vinyl
Eigenschaften:
PRODUKTBESCHREIBUNGEN Das einzige, was einen in eine noch höhere, fingernägelkauende Aufregungversetzt als das neue, siebte Muse-Album „Drones” zu hören, ist sich mitFrontmann Matthew Bellamy darüber zuunterhalten. Wenn er beginnt, die Ideen und Inspirationen zu beschreiben, dieMuse zu ihrem ersten wahrhaftigen Konzeptalbum führten, erzeugt derHauptsongwriter und Konzeptualist hinter dem Trio aus Devon ein leichtes Gefühlvon Panik für, welches gut zu der Rationalität des Albums „Drones” passt, welchessie gemeinsam mit Mutt Lange (AC/DC, The Cars, Def Leppard) produzierten und inVancouver aufnahmen. „Drones” ist ein sehr präzises Stück Science-Fiction, eineTheorie, die in äusserst druckvollen Rock-Riffs erzählt wird und eine Vision,die – berücksichtigt man Muses modus operandi als die derzeit grössteLive-Band des Planeten – in Zukunft zweifellos in einer intelligenten undmultisensorischen Live-Erfahrung ausgedrückt wird. Man sollte ein wenig Angst haben vor dem Moment, in welchem die Idee von „Drones”ihre visuelle Umsetzung erfährt, denn damit erwartet einen nichts weniger alseine Simulation des Armageddon, Gastauftritte der Star Wars-Klone aus „EpisodeII” sowie ein potenzielles Abheben von jedem, der in diesen Moment miterlebt.Ein Gedanke begleitet einen beim Hören der zwölf Tracks von „Drones”: Wennirgendjemand eine neue Religion und ein treues Gefolge bilden möchte, indem erdie iPod- und Spotify-Accounts der Menschen anzapft, um im Anschlussregelrechte Messen in den grössten Rockstadien der Welt vor Tausenden vonMenschen abzuhalten, dann haben Matt Bellamy, Chris Wolstenholme und DominicHoward das Konzept eines „Rock-Gottes” auf ein neues, ziemlich wortgetreuesneues Level gehoben. „Hahahahahahaha”, lacht Matt, wenn man ihn darauf anspricht, dass er mitdiesem Album möglicherweise zu einem Neuzeit-Propheten des Rock'n'Rollaufsteigen könnte. Maskiert mit einer Ray-Ban Sonnenbrille, sitzt er imdunstigen Santa Monica-Sonnenlicht und redet in einer Geschwindigkeit, dass mandie Befürchtung hat, der Welt ginge die Zeit aus. Er erinnert sich an das Endeder Tour zum Vorgänger „The 2nd Law” auf dem Coachella Festival, einpaar Stunden Autofahrt von hier und nur ein Jahr zuvor. In dieser Zeit nahm das ursprüngliche Konzept von„Drones” Gestalt an. Es ist so verrückt wie der Märzhase aus „Alice imWunderland”, so gedankenverstörend, als wenn man zum ersten Mal John Bunyans„Pilgrim's Process” liest, und so revolutionär herausfordernd wie der ersteBlick auf die „Matrix”-Filme der Wachowski-Brüder. Doch je mehr man sich damitbeschäftigt, desto mehr Sinn scheint es zu machen. „Drones” beginnt mit der ersten Single „Dead Inside” und schliesst mit demfinalen Song „Drones”; dazwischen: eineReise mit klarem Anfang, Mittelteil und Ende. Es berührt viele Themen, diebereits auf früheren Muse-Arbeiten angesprochen wurden: Die Idee, dass dieTechnologie die Menschheit übernimmt, der Zerfall und das Gift, das denHierarchien moderner Gesellschaften innewohnt, sowie die Enttäuschung undgleichzeitige Erlösung, das die individuelle Wahrnehmung begleitet, wenn eineLiebesbeziehung sauer und bitter wird. Alles begann mit dem Entdecken von „KillDecision”, einem Technothriller von Daniel Suarez, sowie Matts Bücherliste,darunter Jon Ronsons „The Psychopath Test” sowie „Predators: The CIA's DroneWar On Al Qaeda” des Journalisten Glyn Williams, über die Effizienz vonKampfdrohnen im Verlauf der vergangene Dekade. Es ist nur fair zu sagen, dassMatts Gedanken durch diese Bücher intensiv angeregt wurden. „Ich war sehrüberrascht zu erfahren, dass Präsident Obama, seitdem er im Weissen Haus sitzt,nach dem Frühstück einfach runtergeht in die 'War Rooms', um dort an einemComputerbildschirm Entscheidungen über Leben und Tod zu fällen”, sagt Matt.„Was für eine aufregend düstere Position, in die man da gebracht wird.”